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14.08.2020
Am Philisterbrunnen

Wir bummeln durch das sommerliche Jena. Auf einmal bleibt eines der Kinder vor einem merkwürdigen Kunstwerk stehen. In Bronze gegossen hockt dort eine zerlumpte Gestalt. Ein Schild gibt Auskunft: An dieser Stelle bettelten früher die armen Studenten. Weil hier das Stadttor ist, da kamen viele Bürger hier entlang, und die Studenten hatten immer Durst, aber kein Geld fürs Bier. So richtig befriedigt die Kinder das nicht. Ein Denkmal fürs Betteln? Muss man nicht etwas Großes geleistet haben, damit man ein Denkmal bekommt?
Statt sich den Kopf zu zerbrechen, finden die Kinder raus, man kann selbst dem Studenten was pumpen und schön mit Wasser spritzen dabei.
Ich sitze auf der Bank daneben, und ich denke nach. Eigentlich schön, wenn Denkmäler nichts mit Heldentaten zu tun haben müssen. Es ist eine sympathische Gelassenheit, dass man nicht dem fleißigen Studenten ein Denkmal setzte, sondern dem durstigen. Es ist ein liebevoller Blick auf das ziellose, das heitere Treiben. Ohne nach Leistung zu fragen. Man hat sich einfach an das erinnert, was das Leben in einer Stadt ausmacht. Auch die weniger haben, gehören dazu.
Ich sitze da und stelle mir einen Gott vor, der mit so einer heiteren Gelassenheit auf uns Menschen runter schaut. Für den dürfen wir schlendern und müssen nicht marschieren. Der gönnt uns sogar unseren Urlaub. Es ist alles ein Geschenk. Danke Gott, dass wir Teil dieser Welt sein dürfen, betet
Pfarrer Gregor Heidbrink aus Apolda


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