09.07.2019
Bäume als Symbol für das Leben

1942 in Jerusalem. Der Jude Schalom Ben Chorin sitzt in seinem Arbeitszimmer. Gerade noch rechtzeitig konnte er aus Nazideutschland fliehen. Von dort hört er schreckliche Nachrichten,  von KZ`s und Gaskammern. Vor seinem Fenster blüht ein Baum. In seiner Verzweiflung schreibt er ein Gedicht: „Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt.“ Ein Hoffnungsgedicht gegen allen Augenschein. Ein Baum als Symbol für das Leben und die Liebe, die  nicht totzukriegen sind.

2019 in Weimar. Seit 10 Jahren gibt es das Projekt „1000 Buchen“. Entlang der ehemaligen Todesmarsch-Route des Konzentrationslagers Buchenwald werden Bäume gepflanzt. Gedenktafeln erinnern an die Schicksale der Menschen, die im KZ ermordet wurden. Bäume als Symbol für das Leben.  Und zur Erinnerung, die nicht verlorengehen darf.

Doch es gibt Menschen, die diese Erinnerung zerstören wollen. In der letzten Woche wurden mehreren Bäumen mutwillig die Krone abgesägt. Auch davor ist das schon passiert. Das ist abscheulich. Denn damit wird nicht nur den Bäumen Gewalt angetan, sondern auch der Erinnerung an die Ermordeten.

Aber: Viele Menschen spenden Geld für neue Bäume.  Manche wollen, dass für jeden abgesägten Baum zwei neue gepflanzt werden. Für mich ist das genau die  richtige Reaktion!

„Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt, bleibe uns ein Fingerzeig, dass das Leben siegt.“ So heißt es bei Schalom Ben Chorin.

Uns allen einen guten Tag. Cornelia Biesecke aus Eisenach.

 


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