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11.07.2020
... bei deiner rechten Hand

Er will nicht klagen. Wirklich nicht. Drei Jahrzehnte ist es ihm gut gegangen mit der Firma. Es hat immer zum Leben gereicht. Häufig war deutlich mehr übrig. 14 Mitarbeiter hat er. Die Stimmung war immer prima. Aber wenn ihn jetzt seine Leute anschauen und fragen: „Hast du Arbeit für uns?“ – da weiß er nicht, was er sagen soll.

„Ihr wisst ja, absehbar laufen keine großen Veranstaltungen. Unsere Technik braucht gerade keiner.

Aber es wird besser werden.“

Seine Frau sagt dann immer, er solle nichts versprechen. Man müsse eben aushalten, dass man gerade nichts Verbindliches sagen kann.

Manchmal geht er in die Kirche. Gut, wenn die offen steht. Da zündet er eine Kerze an. Einfach so. Früher hat er dort oft Musik gemacht. So hat er ja angefangen – im Posaunenchor. Mit 15. War ´ne coole Zeit.

„Dennoch halte ich fest an dir“ – warum ihm jetzt diese Zeile in den Sinn kommt – er weiß es nicht.

Aber er singt es vor sich hin. „Du hältst mich bei deiner rechten Hand.“

Alte Worte. Er steht ja mehr so auf Punkrock. Aber manchmal sind es eben diese alten Zeilen, die so guttun. Die haben ganz andere Leute schon gebetet – seit vielen hundert Jahren. Und wahrlich zu ganz anderen Zeiten.

Er weiß nicht, wie, aber jetzt sitzt es in seinem Ohr. „Du hältst mich bei deiner rechten Hand.“

Schönes Wochenende Ihnen

wünscht Ulrike Greim aus Weimar.


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