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18.11.2020
Buß- und Bettag: Europa lässt Flüchtlinge ertrinken

„Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.“ – Das ist aus Beethovens 9. Sinfonie. Die Ode an die Freude gilt als Europahymne. Dieser Tage wurde sie aufgeführt, spektakulär – unter Wasser, auf dem Grund des Mittelmeers. Die Bilder finden sich im Internet, da ist ein Geiger zu sehen, der in den Wellen steht und spielt, dann versinkt er. Ein Bündnis zur Rettung von Flüchtlingen erinnert mit der Aktion an die, die hier ertrinken. Erst letzte Woche waren es 90 Menschen vor der libyschen Küste.

Dabei gibt es vier einsatzbereite zivile Schiffe, um Menschen aus Seenot zu retten. Aber sie dürfen nicht auslaufen. Zuletzt hatte die SeaWatch 4 in gut zwei Wochen 353 Menschen aus dem Meer geholt. Seither wird sie im Hafen von Palermo festgehalten – aus fadenscheinigen Gründen.

„Seid umschlungen, Millionen!/Diesen Kuss der ganzen Welt!“ – heißt es in der Europahymne. Ja, würde Europa die Flüchtlinge retten, würde es mit dieser humanitären Zärtlichkeit die ganze Welt umarmen, anerkennen, dass alle Menschen ihre Würde haben.

Heute ist Buß- und Bettag. Der hält an zur inneren Einkehr: Was gibt’s zu bereuen und zu beklagen? Machen wir es besser – ab morgen.

„Alle Menschen werden Brüder.“ Ist diese Europahymne eine Lüge? Vielleicht ist sie ein Gebet. Ein Gebet für die, die uns nötig haben, und für uns, für die Seele Europas. „Ja, wer auch nur eine Seele/Sein nennt auf dem Erdenrund!“, und ich füge hinzu: der rette diese Menschen. „Und wer's nie gekonnt, der stehle/Weinend sich aus diesem Bund!“ Europa muss sich entscheiden,

findet Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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