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17.11.2020
Die Zuversicht der Kraniche

Sie war nur kurz draußen, erzählt mir eine Frau. Sie hat viel zu tun, pflegt ihre Mutter und dabei ist sie selbst nicht gesund. Da hört sie plötzlich dieses Girren am Himmel. Kraniche. Sie legt den Kopf in den Nacken und schaut. Erst sind es nur ein paar, dann immer mehr. Sie formieren sich direkt über dem Dorf. Es wirkt wie ein … Tanz. Sie lehnt sich an das Scheunentor und sieht ihnen zu. So lange dieses Schauspiel eben dauert, vergisst sie die Zeit.

Wer das Girren der Kraniche hört, lässt für den Moment alles stehen und liegen und folgt ihnen – mit den Augen, vielleicht auch in Gedanken. Da scheint ein Rest in uns, der sich nicht auskippen lässt, den diese Plastikwelt und dieser Dreckslärm noch nicht verdorben haben und nicht verderben können. Es ist egal, ob es für uns ein Geschenk am Himmel oder ein Geschenk des Himmels ist, dass die Kraniche gerade hier über uns hinwegziehen. Wenn wir sie beobachten, spüren wir diese unglaubliche Zuversicht, mit der die Vögel sich auf ihren langen Weg machen, diese Zuversicht, dass dieses Große und Ganze, zu dem die Kraniche und wir gehören, gut und heilig ist.

Von dieser Zuversicht hat die Frau etwas mit ins Haus genommen: eine Leichtigkeit. Vielleicht wird sie davon nicht getragen bis die Kraniche zurückkommen, aber ein paar Tage doch,

hofft Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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