Buß- und Bettag

Heute ist Buß-und Bettag. Ein kirchlicher Feiertag, kein offizieller mehr. Nur noch in Sachsen. Büßen und beten? Brauchen wir das? Klingt nach Sünde, nach Strafe verbüßen. Aber betrifft mich das? Im Grunde heißt Buße so viel wie: Umkehren und neu anfangen. Wann wird das aber nötig?
Folgende Geschichte at mich nachdenklich gemacht:
Eines Tages soll die Hölle proppenvoll gewesen sein. Und eine Riesenwarteschlange vor der Tür. Der Oberste der Teufel greift ein und will den letzten Platz dem allergrößten Sünder geben. Es gibt reichlich Auswahl an Verbrechern in der Warteschlange. Aber alle erscheinen dem Teufel noch nicht schlimm genug. Er kommt zu einem jungen Mann und fragt: „Und – was hast du gemacht?“ - „Nichts“, antwortet der. „Nichts?“Wie nichts. Alle hier haben was gemacht. - „Ich nicht. Ich habe mich nur angestellt, weil ich dachte, hier gibt es Zigaretten.“

„Und du hast nichts gemacht?“ - „Nein!“, wiederholt der Mann. „Allerdings habe ich viele andere gesehen, die sich betrogen haben, sich töteten und daran noch verdienten. Aber das betrifft mich ja nicht. Ich sah die Not von Flüchtlingen. Doch damit habe ich ja nichts zu tun. Ich hörte, wie Kindern hungern und Wälder gerodet werden. Aber das ist weit weg.“
„Und du hast nichts gemacht? Bist du sicher, dass du das alles mit angesehen hast?“, bohrt der Teufel weiter. „Sag ich doch. Aber gefilmt hab ich mit meinem Handy, als vor meiner Tür einer zusammengeschlagen wurde.“
„Komm herein“, sagt der Teufel. „Der Platz gehört dir.“

Einen gesegneten Buß- und Bettag wünscht Cornelia Biesecke aus Eisenach.