Gemeinsam Fäden spinnen

Gestritten, gekämpft, gehofft, verworfen. Und am Ende verloren. Der mühsame Faden, der zu einer Jamaika-Koalition geknüpft werden sollte, ist erst mal gerissen. Es waren wohl zu viele Knoten drin. Und nun? Der Auftrag bleibt ja: Eine tragfähige Regierung zu bilden.

Ich muss an ein Brautpaar denken, dass ich im Sommer getraut habe. Die jungen Leute hatten sich folgendes Bibelwort als Trauspruch gewünscht: „Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst.“ (Philipper 2, Vers 3)

Ziemlich ungewöhnlich für eine Hochzeit. So viele Worte, die eher verstaubt klingen: Eigennutz, eitle Ehre, Demut. Die meisten Paare suchen sich Worte über die Liebe aus. Aber vielleicht haben die beiden ein bisschen weiter geschaut. Auf die Zeit, wenn eine Krise kommt, ein Streit. Um sich dann zu erinnern, was sie sich vor dem Traualtar versprochen haben. Vertrauen, Respekt, das Bewusstsein, zu zweit zu leben. Sich nicht nur um sich selbst zu drehen, sondern auch zu sehen, was der andere braucht. Denn das alles steckt drin in den alten Worten.

Gemeinsam einen Faden spinnen, der tragfähig ist, auch für die Stürme im Leben. Und zu spüren: Gottes Segen ist da. Mit seiner Hilfe können wir es wagen.
Ein gutes Konzept für eine Partnerschaft. Und für jede Form von Koalition.
Meint Cornelia Biesecke aus Eisenach.