16.05.2019
Das Leben ist ein Spiel

Eine gut versteckte Bibelstelle erzählt, dass Gott bei der Schöpfung eine Gehilfin hatte. Und zwar die Weisheit. Die war von Anfang an bei ihm. Kindlich habe sie vor ihm gespielt. Oder mit ihm gescherzt.
Wenn ich mich so umsehe, wie ringsherum alles so grünt und blüht im Wonnemonat, da verstehe ich, wie man auf den Gedanken kommen konnte: Es ist alles mit Weisheit eingerichtet. Mit Wucht hat sie umdekoriert von Winter auf Mai.

Und ihr Geschmack war weniger nüchtern und bauhaus-Mäßig, sondern ganz und gar verschwenderisch. Gott hat gelächelt und die Weisheit hat gespielt. Wo die Berge anfangen und die Meere enden sollen. Gott hat seine Weisheit zu Rate gezogen. Sie durfte die Farben der Blümchentapete bestimmen und hat dafür gesorgt, dass jeder Vogel sein Kleid hat.

Mir gefällt der Gedanke an einen heiteren Schöpfer, ganz ohne kühle Vernunft. Sondern mit dem Herzen dabei. Weisheit, fragt er vielleicht, was hältst du hiervon, und dann präsentiert er sein neuestes Modell, ganz aus Lehm und ihm vielleicht eine Spur zu ähnlich. Und dann schauen sie sich an und sie ahnen, was draus werden könnte. Und sie nicken beide und Gott und seine Weisheit, sie entscheiden sich für die Möglichkeiten, die drinnen stecken. Leben entsteht.
Bestimmt ist es einer von uns, über den sie so lange gekichert haben in göttlicher Vorfreude. Ein jeder Mensch ist aus Weisheit und aus Freude geschaffen, glaubt Pfarrer Gregor Heidbrink aus Apolda.


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