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25.10.2020
Den Feiertag heiligen

Ihr Mittagsschlaf ist meiner Mutter heilig. Ich hüte mich, sie in dieser Zeit anzurufen. Weil ich weiß, dass sie diese kleine Auszeit braucht, um  Kraft zu tanken kann für den Rest des Tages. Mit über achtzig sei ihr das gegönnt.

Meiner Freundin ist ihr Waldlauf heilig. Jedes Wochenende läuft sie kilometerweit bei Wind und Wetter durch die Natur. „Da kriege ich den Kopf frei“, sagt sie. „Die Zeit dafür, die nehme ich mir.“

Und mir ist der Sonntag heilig. Klar sehe ich manchmal seufzend auf den Wäscheberg, der sich unter der Woche angehäuft hat oder auf den Papierstapel, der auf dem Schreibtisch liegt und nach Erledigung schreit. Aber nein, nicht am Sonntag. Da lasse ich fünfe grade sein. Da mache ich, wozu ich Lust habe: kochen, lesen, spazieren gehen, Zeit für Familie. Das muss sein. Denn sonst gibt es ja gar keinen Unterschied zu den Alltagen. Und ich drehe mich nur noch wie im Hamsterrad.

„Du sollst den Feiertag heiligen,“ so heißt es im 3. Gebot.

Ein Gebot als Geschenk. Nämlich: Dass es Zeit geben möge, die mir heilig ist. Die mir Freiheit gibt, Pause von der Pflicht, Zeit für Dinge, die mir guttun. Als Christin auch Zeit für Gott, denn Gottesdienst gehört für mich auch zu den Dingen, die mir heilig sind.

In diesem Sinne – einen heiligen Sonntag heute!

Pfarrerin Cornelia Biesecke aus Eisenach und evangelisch.


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