14.09.2019
Die eiserne Lunge

Heute vor 90 Jahren präsentierte man der Weltöffentlichkeit faszinierende Erfindung: ein Apparat, der beim Atmen hilft. Die Presse nannte es die Eiserne Lunge. Eine zwei Meter lange Röhre, da liegt man drin und nur der Kopf guckt raus.

Überdruck und Unterdruck im Inneren lassen den Atem ließen. 

Früher standen ganze Turnhallen voll mit Eisernen Lungen. Oft war es Kinderlähmung, die den Atem raubte; und Impfen konnte man noch nicht.

Diese Erfindung – ich finde sie gruselig und faszinierend zugleich.

Mich fasziniert der Eifer, um jedes Menschenleben, jeden Atemzug zu ringen. Keiner soll aufgegeben werden. Die Ärzte haben gelernt, Gottes Werk zu tun. Denn in der Bibel ist der Atem ein Geschenk Gottes. Der Atem steht für die Seele, die uns durchfließt.

Dennoch, mir schaudert bei der Vorstellung in der Eisernen Lunge zu liegen. 

Viele sind verzweifelt in dieser Stahlröhre. Einige aber lebten vergnügt weiter, bis zu 60 Jahre. Es müssen tolle Menschen gewesen sein. Mit ungebrochenem Lebensmut fuhren sie in der Eisernen Lunge zu Dinnerpartys oder legten ein Examen ab.

Heute werden Menschen viel eleganter beatmet…. Aber es ist noch immer nicht leicht. Der Gesundheitsminister rechnet die Kosten vor.

Lasst uns ihnen sagen: Ihr seid es wert. Weil ihr Menschen seid. Die Seele soll fließen. Verliert nicht euren Lebensmut – sondern bringt uns etwas darüber bei, wie gut es ist, am Leben zu sein. Wünscht sich Pfarrer Gregor Heidbrink aus Apolda.


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