02.08.2019
Die Mitbringparty

Die Nachbarn streiten bei offenem Fenster. O die Unglücklichen! Wurden sie doch von Freunden zu einer Mitbringparty eingeladen. Nun ist die Frage: Was bringt man mit?

Eingeladen ist schnell, aber man macht sich keine Vorstellung, was man damit auslöst. Denn: Wie kann man sicher sein, dass man das richtige zum Mitbringen hat. Was bei dem einen Vorfreude ist, heißt beim anderen: Leistungsdruck.

Total en vogue wäre diesen Sommer der Melonensalat. Den machen neuerdings alle. Dann hätten wir am Ende vier Schüsseln. Wie nach der Jahrtausendwende als alle Tomate-Mozzarella mitbrachten. Oder danach in den Bärlauchjahren.

Ich sage ja nicht, dass man nichts mitbringen sollte. Aber hör auf, es als Wettbewerb zu betrachten. Hör auf zu denken, ohne deinen Melonensalat geht die Welt unter. Oder die anderen kucken blöd und rümpfen die Nase. Am Ende wird es wie immer: Die Tische biegen sich, man ist froh über jeden Esser. Die Gemeinschaft muss stimmen.

Liebe Nachbarn, sage ich: Streitet nicht, denn so wird es auch im Himmelreich sein. Der Himmel ist Gottes Mitbringparty. Da langt es für alle. Man macht sich viel zu große Sorgen darum, bis man endlich da ist. Vorher denkst du: Na, wird es auch reichen, was ich im Korb habe? Aber dann stehen dein liebster Opa und dein bester Freund an der Pforte und warten auf dich und alles ist gut. Das Fest kann beginnen.

Apropos, wo war heute Abend die Party? fragt Pfarrer Gregor Heidbrink aus Apolda


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