01.08.2019
Taufe und Mose

Eine meiner Lieblingsgeschichten in der Bibel ist die, von den beiden Frauen, die den Pharao ausgetrickst haben. Der Pharao plante den Tod von allen kleinen jüdischen Jungen. Da nimmt Moses Mutter Körbchen, legt den Jungen hinein und setzt es auf den Nil. Aber nicht irgendwo. Sondern da, wo die Tochter des Pharaos badet.

Denn sie weiß: Die Prinzessin wird es schreien hören, das Kind, und dann kann sie gar nicht anders, sie wird es behalten wollen und der Pharao, privat ist er ganz umgänglich, der wird seiner Tochter den Wunsch nicht abschlagen können.
Welcher Vater kann das schon…
Und jetzt kommt‘s: Wer kann das Baby stillen? Moses‘ Schwester bleibt in der Nähe. Wie zufällig kommt sie vorbei und bietet Hilfe an. Kennt sie doch glatt eine Frau, die bereit wäre, den Job zu übernehmen und das Kind zu stillen. Nämlich die eigene Mutter. So bezahlt die Staatskasse noch dafür, dass der Erstgeborene leben darf. Und Mose wächst am Königshof auf, obwohl er nicht dazu gehört. Der Pharao wird sein Opa. Gott hält sich im Hintergrund. Er ist der lachende Dritte.

Für mich persönlich ist es ein schönes Bild für die Taufe. Wir schieben Gott unsere Kinder unter – und er nimmt sie alle an. Aus dem Wasser gezogen und neu geboren – so werden Königskinder gemacht. Uns allen fehlt der nötige Geburtsadel. Aber als Leute, der gewissermaßen aus dem Wasser gezogen wurden, gehören wir dazu. Freut sich Pfarrer Gregor Heidbrink aus Apolda


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