Eine Handvoll Liebe

Heute ist Lucia-Tag. Und nein - der ist nicht die Erfindung eines großen schwedischen Möbelhauses. Auch wenn er vor allem in Schweden bekannt ist. Er erinnert an eine Frau, die um das Jahr 300 herum gelebt hat. Sie kümmerte sich um Menschen, die wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt wurden. Sie hielten sich an geheimen und dunklen Orten versteckt. Lucia brachte ihnen körbeweise Brot. Im Haar trug sie dabei einen Kranz brennender Kerzen. Die spendeten ihr Licht auf dem Weg durch die Dunkelheit. Und sie hatte sie alle Hände frei, um möglichst viel tragen und dann geben zu können. Heute ist der Lucia-Tag in Schweden eine Feier des Lichts in der dunklen Jahreszeit. Größere Mädchen spielen die Lucia. Sie tragen ein weißes, langes Gewand mit einem roten Band um die Taille. Auch auf ihrem Kopf ist ein Kranz aus Kerzen befestigt. Singend ziehen sie durch Kindergärten, Schulen oder Seniorenheime. Und verteilen dabei Lussekatter, ein besonderes Lucia-Gebäck. Sie erinnern damit an eine heilige Frau, die mit vollen Händen gegeben hat. Brot für Hungrige. Schutz für Verfolgte. Und für jeden von ihnen: Eine Handvoll Liebe. Oder zwei. Oder drei. Oder mehr. Licht im Dunkeln - auch für die, die es heute brauchen - darauf hofft Kristina Kühnbaum-Schmidt, Regionalbischöfin der evangelischen Kirche in Meiningen.