04.06.2019
Flügel der Morgenröte

Letzte Woche war ich auf meiner Lieblingsinsel an der Ostsee. Auf Hiddensee. Ein Träumchen. Beim Aufwachen hört man Wellenrauschen und Pferdegetrappel. Denn Autos sind auf Hiddensee Tabu. Also rauf aufs Fahrrad und dem Wind entgegen, der hier irgendwie immer von vorne kommt. Egal. Ich genieße das so sehr.

Denn ich nehme meine Umgebung ganz anders war. Sehe Kleinigkeiten am Weg, rieche Meersalz und Flieder. Und spüre, wie meine Seele Flügel bekommt. „Nähme ich Flügel der Morgenröte und ließe mich nieder am äußersten Meer, dann würde auch dort deine Hand mich halten.“ Was für Worte! Leider nicht von mir. So was steht in der Bibel, im

139. Psalm. Und der das sagt, hat vielleicht genau das gesehen, was ich gerade sehe. Der hat Gottes Nähe gespürt. Geht mir genauso.

Jetzt hat mich der Alltag wieder. Dieser Start von 0 auf 100 fällt mir immer besonders schwer. Er gelingt mir eigentlich auch nicht. Weil meine Seele noch gar nicht hinterher gekommen ist. Die schwebt noch irgendwo über der Ostsee. Doch hier weht ein anderer Wind.  Ein Termin jagt den nächsten. Rein ins  Auto, weiter geht’s. Stopp. Da war doch noch was: „Nähme ich Flügel der Morgenröte“...warum nicht auch im Alltag haben, was ich im Urlaub genießen konnte? Wenigstens ein Stückchen davon?

Das Fahrrad steht im Keller. Her damit. Zur Arbeit radeln oder nach Feierabend. Den Wind pusten lassen, Düfte wahrnehmen und...Gottes Nähe spüren.

Einen guten Tag wünscht aus Eisenach Pfarrerin Cornelia Biesecke.

 


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