05.06.2019
Himmlischer Frieden?

Das Foto ging um die Welt. Ein Mann im weißen Hemd, nur mit zwei Taschen in der Hand, stellt sich Panzern in den Weg. 30 Jahre ist das her. In Peking, am Tiananmen. Dem Platz mit dem wunderschönen Namen. Tiananmen – himmlischer Frieden. Doch davon war vor 30 Jahren nichts zu spüren. Denn die Panzer blieben nicht stehen. Sie rollten gegen die eigenen Menschen.

Nach wochenlangen Protesten von Studenten und Arbeitern für mehr Demokratie schlug der chinesische Staat blutig zurück. Die Zahl der Getöteten ist bis heute unklar.

Vor 30 Jahren war ich selbst Studentin. In der DDR. Und ich weiß noch genau, wie erschüttert wir damals waren, als wir von den Ereignissen in China gehört haben. Als wir erfahren haben, dass sich die DDR-Staatsführung mit der chinesischen Regierung solidarisierte. Und wie wir gefürchtet haben, es könnte bei uns genauso werden. Denn auch hier hat sich damals der Widerstand gegen den Staat formiert. Es kam anders, Gott sei Dank.

In China ist es in diesen Tagen kaum möglich, an die Ereignisse vor 30 Jahren zu erinnern. Offiziell schon gar nicht. Vom himmlischen Frieden ist die Regierung nach wie vor weit entfernt. Von Demokratie und Gerechtigkeit auch.

Doch - himmlischer Frieden ist möglich, sagt Jesus. Er beginnt ganz klein, zwischen mir und dir. Doch er kann sich ausbreiten. Und eines Tages wird er vollkommen sein. Das glaube ich.

Uns allen einen guten Tag. Cornelia Biesecke, Pfarrerin aus Eisenach.


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