Frischequellen

Bald zwei Wochen ist das neue Jahr schon wieder alt. Und – wie steht's mit den guten Vorsätzen? Ich habe es aufgegeben, mir was vorzunehmen. Ich werde kein andere Mensch, auch wenn ein neues Jahr anfängt. Aber etwas ist diesmal doch anders.

Ich habe mir eine Karte gekauft, da steht das Bibelwort für dieses Jahr drauf. Die Jahreslosung – das soll ja so was wie ein  Wegbegleiter sein. Und weil mir der Text gefällt, liegt sie jetzt in meinem Kalender. „Gott spricht: ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Das finde ich richtig gut.

Denn so eine Durstige bin ich auch. Durstig nach Leben. Wenn die graue Alltäglichkeit sich wie Staub auf meine Seele legt.  Wenn das Leben mich auszehrt wie eine Hochgebirgswanderung bei großer Hitze. Wenn ich im ganzen Gerenne des Tages denke, dass es noch mehr geben muss als das.

Gott verspricht mir eine Frischequelle, eine Oase in der Wüste. Oh ja, die kann ich brauchen. Und wie sieht die aus? Für mich ist das mein Glaube, der mich hält, wenn es dicke kommt. Die Möglichkeit, die Hände zu falten und Gott um Kraft zu bitten. Oder - mal anzuhalten und ihm ein „Danke“ zuzuflüstern für alles, was ich geschenkt bekomme. Umsonst.

Daran soll mich die Karte in meinem Kalender erinnern. Damit ich meine Quellen nicht vergesse. Also doch ein Vorsatz für 2018.

Einen guten Tag Ihnen. Und viele Frischequellen. Cornelia Biesecke aus Eisenach.