Geras Neue Mitte

Gera hat mitten in der Stadt eine riesige Freifläche. Ein leerer Platz. Da standen einmal Wohnblöcke, die wurden abgerissen. Und nun? Um diese Frage geht es seit Jahren. Gesucht wird: Geras Neue Mitte. Es gab einen europäischen Architekturwettbewerb, studentische Arbeiten, Ideen aus der Bürgerschaft. Vor einem Jahr wurde all das ausgestellt. 3.500 Menschen kamen, es gab 520 Meinungsäußerungen.

Ab heute geht es in die zweite Runde. Vier Wochen lang werden wieder Bebauungspläne und Projekte öffentlich ausgestellt. Nun, das gibt es andernorts auch. Aber da reibt sich auch manche Verwaltung die Hände, wenn keiner kommt mit Kritik und irgendwelchen Ideen. Nervt ja auch. Anders in Gera. Hier wird nicht im Hinterzimmer verhandelt, sondern es wird geworben, dass sich viele beteiligen. In 20 Veranstaltungen wird erläutert und diskutiert. Jede und jeder ist eingeladen.

Es gibt so etwas wie eine alte biblische Weisheit der Stadtplanung: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie, denn wenn es ihr gut geht, geht es auch euch gut.“

Bei Geras Neuer Mitte geht es längst um mehr als nur um Bebauung. In der Begegnung der Menschen, die sich um ihre Stadt kümmern, die im übertragenen Sinne für ihre Stadt beten, die gemeinsam überlegen, was ihr Bestes ist, findet Gera eine neue, vielleicht sogar die eigentliche Mitte.

Alles Gute nach Gera und uns einen schönen Tag, Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.