Holocaust-Gedenktag

Morgen ist Holocaust-Gedenktag, Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Heute gibt es eine Gedenkstunde im Landtag, an der Gedenkstätte Buchenwald werden Kränze abgelegt.

Seit ein paar Wochen macht der Vorschlag die Runde, Besuche von KZ-Gedenkstätten für Schüler höherer Klassen zur Pflicht zu machen. Das hatten wir schon ’mal – zu DDR-Zeiten. Wohl auch deshalb halten andere dagegen, Pflicht motiviere nicht gerade zum Lernen. Nun gut, nach der Logik müsste man das ganze Bildungssystem umkrempeln.

Aber wie auch immer, im Geschichtsunterricht die Nazizeit zu behandeln, Daten und Namen einzupauken, ohne mit der Klasse in Buchenwald gewesen zu sein, das schiene mir pädagogisch auch nicht gerade wertvoll. In Buchenwald waren 280.000 Menschen inhaftiert, 56.000 wurden ermordet. Aber was das wirklich bedeutet, erschließt sich kaum im Klassenzimmer. Schon eher in der Gedenkstätte. Wer die besucht, kann den Zählappell bei klirrender Kälte oder sengender Hitze vielleicht eher nachempfinden. Oder sich das Leben in den Baracken vorstellen, während man auf ihren Grundmauern steht. Viele Thüringer waren nur einmal „dort oben“ auf dem Ettersberg, damals mit der Schulklasse. Und viele haben den Besuch der KZ-Gedenkstätte nie vergessen, die Öfen im Krematorium nicht, nicht die Genickschussanlage, nicht den Bunker. Nie vergessen. Darum geht es: nie vergessen.

Einen guten Tag wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.