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11.09.2020
Heiliger Zorn

Es werden mehr, von Woche zu Woche, mehr Länder, mehr Städte, mehr Menschen … die aufstehen gegen Bevormundung, für ihre Freiheit kämpfen – in Belaruss, in Hongkong, im Libanon, in Bulgarien. Sie klagen und klagen ihre Regierungen an. Sie sind zornig.

Ich kenne zwei Arten von Zorn. Es gibt den blanken Zorn, die blanke Wut, die Menschen auf die Straßen treibt. Dann entladen sich Aggressionen. Das ist dann der Zorn, den man sogar zu den sieben Todsünden zählt – gleich neben Habgier, Hochmut und Neid.

Es gibt aber auch einen Zorn, der für Recht und Gerechtigkeit brennt, der sich gegen die Autokraten stellt, die sich nur noch ihre Taschen füllen und mit aller Macht, ja wirklich mit aller Macht, an der Macht bleiben wollen. Es ist der heilige Zorn, der aus der Wut der Menschen und ihrem Mut erwächst, das Unrecht beim Namen zu nennen. Menschen, die der heilige Zorn antreibt, überwinden ihre eigene Ohnmacht und ihre Angst. Sie wollen die Verhältnisse zum Besseren wenden. Das macht den Zorn heilig. Der Zorn, der nur den gärenden Hass auf die Straße spuckt, tritt auf der Stelle, der ändert nichts. Aber der heilige Zorn kann der Anfang von etwas Großem sein, von Menschenwürde, Gerechtigkeit und Demokratie.

So macht sich mein Herz auf den Weg nach Minsk, nach Beirut, nach Hongkong. Haltet durch, haltet durch – so geht mein Gebet in diesen Tagen.

Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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