11.08.2019
Herz

Dafür muss ich nicht studiert haben, hat Helene immer gesagt, um zu wissen, was richtig ist.

Wenn einer vor dir steht, der Hilfe braucht, dann hilfst du halt. So einfach ist das.

Helene ist seit Jahren in der Flüchtlingshilfe aktiv. Sie gibt Sprachkurse und begleitet Menschen zum Arzt oder Amt. Sie macht das, einfach so.

Als im Gemeindekirchenrat die Anfrage für ein Kirchenasyl auf dem Tisch lag, ging die Debatte los. Ob das richtig ist, die Kirche zu öffnen, ein Bett aufzubauen. Was ist, wenn er gar nicht verfolgt wird, vielleicht bräuchte ein anderer das dringender!?

Es gibt Dinge, die entscheidest du im Bauch, hat Helene gedacht. Es gibt Dinge, da lohnt es sich nicht, Akten zu wälzen. Du schaust einem Menschen in die Augen. Du vertraust ihm oder du vertraust ihm eben nicht.

Helene kann verstehen, wenn Menschen sagen: Das ist mir zu heiß. Aber für sie steht vor Gott schon lange fest: Ich werde ihm helfen, egal, wie lange er mich braucht.

Einen Fremden sollst du nicht hart behandeln, du sollst ihn schützen. Steht im 2. Buch Mose. Helene hat das nie gelesen, aber es steht in ihrem Herzen.  

Einen schönen Sommer wünscht Ihnen Kristin Jahn, Superintendentin im Kirchenkreis Altenburger Land.


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