Notenschluss und Ferien

Nächste Woche um diese Zeit sind schon Winterferien. Und davor gibt es die Halbjahreszeugnisse. Der Schulstress ebbt schon ab. Das magische Wort heißt: Notenschluss. Keine Leistungskontrollen, keine Klassenarbeiten mehr. Nur noch zittern, welche Noten auf dem Zeugnis stehen.

Da gibt es eine schöne Geschichte. Eine Schülerin soll einmal einen Brief aus dem Internat an ihre Eltern geschrieben haben: Ihr Lieben, ich konnte mich eine Weile nicht melden, im Wohnheim hat’s gebrannt. Ich bin aus dem Fenster gesprungen, habe im Krankenhaus gelegen, geht aber wieder. Nun, da das Wohnheim erst renoviert werden muss, bin ich zu meinem Freund gezogen. Ihr kennt ihn noch nicht, aber er ist wirklich lieb. Wir wollen bald heiraten, na ja, weil ich schwanger bin. Dass er keinen richtigen Schulabschluss hat und keinen Job, wird euch nichts ausmachen, oder? Nun, macht euch keine Sorgen, nichts davon ist wahr. Aber auf meinem Zeugnis wird in Mathe eine 6 stehen und in Bio eine 5. Ich wollte nur, dass ihr das richtig einordnet. Es gibt Schlimmeres.

Über viele Jahre nageln wir junge Menschen auf ihren Notendurchschnitt fest. Das ist ein Einser-, ein Zweier-Kandidat, ein Dreiertyp, ein Vierenschreiber. Die Noten sagen manches aus, aber nie beschreiben sie den ganzen Menschen. Es ist an uns, hinter den Zeugnissen den Menschen zu sehen, so, wie Gott ihn gemeint hat, mit all seinen Möglichkeiten.

Ein schönes Wochenende wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.