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14.09.2020
Im günstigsten Fall: Liebe

Ich habe immer gedacht, er ist ein Ossi. Weil er so hervorragende Filme über die DDR gemacht hat. Großes zeitgenössisches Kino, bedrückend und immer präzise. Christian Petzold. Heute wird er 60. Aber dann las ich, dass er in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen ist. Film hat er studiert in Berlin. Woher sein Interesse?

Seine Eltern sind Ende der 50er Jahre aus der DDR geflohen. Er hat seine Ferien oft bei den Verwandten in der DDR verbracht.

Das Thema ‚Wie umgehen mit Macht: kämpfen oder fliehen?‘ – er hat es vielfach verarbeitet. Spannende Filme daraus gemacht. ‚Barbara‘ zum Beispiel.

Ein scharfes Auge kommt vom Kontakt. Von echter Beziehung. Wer mit einem Thema nichts zu tun hat, der guckt auch nicht gut hin. Viele schlechte Filme entstehen so.

Auch wenn man leidet, wird man in ein Thema geworfen. An der eigenen Geschichte, der Familie. Dann wirft einen das Leben direkt in die Themen, die bearbeitet werden wollen.

Ich finde das immer interessant: Ab wann fängt jemand Feuer für ein Thema?

Und wann wird es gut?

Wenn man sich öffnen kann, sagt Christian Petzold in einem Interview. Im günstigen Fall schafft das Kunst. Dass man miteinander ins Gespräch kommt.

Und gute Kunst: dass Liebe entsteht.

Was immer Sie heute sehen, was Sie erleben – ich wünsche Ihnen, dass Sie darüber mit jemandem reden können. Dass Sie Leiden verwandeln, vielleicht sogar in Kunst. Und dass Liebe wächst.

Ulrike Greim, Weimar, evangelische Kirche.


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