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08.09.2023
Lieferketten pilgern

Das Pilgern erfreut sich großer Beliebtheit: aufbrechen, Abstand zum Alltag gewinnen, sich bewegen und irgendwo ankommen, am besten bei sich selbst. Das scheint wichtiger zu werden in einer Welt, die auseinander driftet.

Ich habe keine Ahnung, wer mein T-Shirt genäht hat, ob der Mensch in Bangladesh davon satt wird, was die Pestizide, mit denen in Brasilien die Baumwolle behandelt wurde, anrichten. Ich habe keine Ahnung. Das lässt sich ändern. Deutschland hat seit diesem Jahr ein Lieferkettengesetz. Liefer-Ketten-Gesetz. Das heißt, Waren und Materialien, die nach Deutschland eingeführt werden, dürfen nicht Menschen und die Natur andernorts gefährden. Die EU arbeitet gerade an einem ebensolchen Gesetz.

Mir kommt das so vor wie Pilgern, pilgern auf Lieferwegen. Kommt, lasst uns gehen, es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei, heißt es in einem alten Pilgerlied. Kommt, stärket euren Mut, es ist das Ende gut.

Unser Wirtschaften hinterlässt Wüsteneien, lässt viele im Elend zurück, zerstört Natur, ohne dass wir es wahrnehmen. Es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei, wir müssen uns bewegen, sonst werden wir die Welt und die Weltfamilie nicht zusammenhalten. Das Lieferkettengesetz macht Hoffnung, stärkt den Mut. So wird das Ende gut, wenn sich bei der EU nicht billige wirtschaftliche Interessen durchsetzen. So kommt die EU beim Pilgern entlang der Lieferketten auch bei sich selbst an, bei ihren Werten – und wir mit ihr.

Einen guten Tag wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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