27.06.2019
Siebenschläfer

Heute ist Siebenschläfer. Das hat nichts mit dem Tier zu tun, das aussieht wie die Miniaturausgabe eines Eichhörnchens und den Winter verpennt. Und mit dem Wetter – nun ja, das ist ein wenig an den Haaren herbeigezogen: „Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag.“ In der Tat gab es mal von Ende Juni, Anfang Juli an eine stabile Wetterlage, die sich den ganzen Sommer hinziehen konnte. Aber der Klimawandel hat die alten Wetterregeln sowieso außer Kraft gesetzt.

Der Siebenschläfertag hat mit einer alten Legende zu tun: Im Jahr 251 ließ der römische Kaiser Decius die Christen verfolgen, weil sie sich weigerten, den Göttern Roms Opfer darzubringen. Sieben junge Männer flohen und versteckten sich in einer Berghöhle. Dort wurden sie entdeckt und: eingemauert. Aber sie starben nicht. Der Legende nach schliefen sie 195 Jahre lang. Und am 27. Juni 446 wurden sie entdeckt. Sie wachten auf, wussten weder Tag noch Stunde, bezeugten ihren Glauben und starben erst später. Die Geschichte wird sogar im Koran erzählt.

Was mir an der Geschichte gefällt … der Kaiser bildet sich ein, sich durchgesetzt zu haben. Aber nein, die Jungen, die sich nicht unterworfen haben, ihre Sache, ihren Glauben nicht verraten haben – die überdauern seine Tyrannei. Da ist er längst verfault, da leben sie noch und ihre Geschichte noch viel länger. Und noch eins: Immer wieder wird versucht, Menschen mit Mauern aufzuhalten. Das wird nicht gelingen, so lassen sich Probleme nur aufschieben, nicht lösen. Denn hinter den Mauern bleibt das Leben, bleiben Glaube, Liebe und Hoffnung – stärker als jede Mauer,

meint Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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