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17.01.2023
Streichung von §218?

Schwangerschaftsabbruch soll straffrei werden, sagt die Familienministerin. Huch, denke ich mir, wann sind denn zuletzt in Deutschland Frauen wegen eines Schwangerschaftsabbruchs verurteilt worden? Das kommt praktisch nie vor. Dank zahlreicher Ausnahmebestimmungen.

Warum also der Vorstoß?
In der evangelischen Kirche bemühen wir uns seit jeher, sorgfältig hinzuhören bei allen Argumenten. Wir fragen, was dient zum Leben? Eine einfühlsame Beratung zum Beispiel. Aber nicht die einseitige Streichung des Paragraphen. Phantomdebatten nützen auch nicht.

Der Feminismus vertritt das Bild einer freien, selbstbestimmten Frau. Doch die ist (leider) ein Ideal.
Wir sind alle mit unseren Entscheidungen eingebunden in familiäre und soziale Systeme.

Damit Frauen frei entscheiden können, reicht es nicht den Zugang zur Arztpraxis zu erleichtern. Sondern die gesellschaftlichen Zwänge müssen abgebaut werden. Elternschaft kommt im Antidiskriminierungsgesetz nicht vor. Warum, Frau Familienministerin?!

Im Namen des Feminismus werden Aufsichtsratspöstchen an wenige Frauen verteilt, statt dafür zu sorgen, Mutterschaft darf kein Karrierekiller sein. Und schließlich: Eine Frau kann nur frei entscheiden, wenn der Partner keinen Druck ausübt. Die Streichung von Paragraph 218 wäre ein Sieg für unreife, verantwortungslose Männer. Es macht Arschlochmännern leichter, die Partnerin zu nötigen. Wer ist denn Manns genug zu sagen: Ich stehe zu dir, egal wie du entscheidest?

Fragt Gregor Heidbrink, evangelisch aus Apolda


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