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12.06.2020
Stress wegatmen

Freitagnachmittag. Einkaufen. An der Supermarktkasse. Wagen auspacken, Sachen aufs Band legen. Der Mundschutz rutscht. Ich beeile mich. Die Kassiererin sagt ‚Guten Tag‘ und zieht die Tomaten über den Piepser. Ich packe schneller aus. Vorne kullern die Äpfel über die Rollen. Ich schaff es nicht, sie aufzufangen. Ich schwitze. Meine Brille beschlägt. Alles auf dem Band. Jetzt schnell nach vorn, einpacken. Mundschutz richten. Alles in den Rucksack. In die Taschen. Gleich ist sie fertig. 105 Euro. O Mann. Wird das jedes Mal teurer? Ich tippe meine Geheimzahl ein, packe schnell weiter ein. Fertig. Nächster Kunde drängelt schon. Ich kann ja auch nicht hexen.

Wie muss es alten Leuten gehen, denke ich? Oder einem Vater mit zwei kleinen Kindern, von denen eins hundemüde ist? Purer Stress!

Kann man nicht auch mal hier Corona-Abstand halten? In dem Fall zeitlichen? Eine Minute mehr wäre schon eine Entlastung. In einer Minute kann man viel schaffen. Muss nicht stopfen. Könnte sogar noch kurz plauschen. Also mini-mäßig. Gut, wer will schon plauschen freitagnachmittags an einer Supermarktkasse? Ich. Ich brauche das. Nur kurz etwas Nettes sagen. Sich sehen. Nicht nur hetzen.

Ich würde vielleicht mitkriegen, dass die Kassiererin heute rosiger aussieht, als sonst. Und erfahren, dass sie jetzt einen Freund hat. Würde mich freuen. Ehrlich.

Aber klar, ich weiß: Alle wollen schnell nach Hause. Ich auch.
Herr im Himmel, lass mich atmen, gerade wenn es stressig wird.

Betet Ulrike Greim aus Weimar.


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