08.09.2019
Tag des offenen Denkmals

Tag des offenen Denkmals: Auch viele Kirchen genießen Aufmerksamkeit. Kirchgemeinden laden ein; man ist willkommen, darf gerne einen Blick hineinwerfen. Für viele Dörfer und kleine Kirchgemeinden ist die Kirche der größte Schatz.

Doch die Kirche als Denkmal? Für mich ist es ein zweischneidiges Schwert. Denkmal könnte heißen, die Bedeutung liegt in der Vergangenheit. Ein geschichtliches Schmankerl für kulturell Interessierte. Nostalgie und Folklore. Aber nichts Lebenswichtiges.

„Was sind diese Kirchen noch?“, heißt es bei Nietzsche. „Grüfte und Grabmäler Gottes.“ Man kann sich dort an Gott erinnern. Aber mehr als Erinnerung ist nicht, denn Gott ist tot.

Da möchte ich widersprechen.

Eine Kirche ist ein Ort für Trost. Für Zusagen. Für Begegnungen mit Gott. So sollte es sein. Wenn eine Kirche den Eindruck vermittelt, als wäre Gott von gestern, dann ist das streng genommen Gotteslästerung. Wenn Gott lebt, und es noch Sinn hat an ihn zu glauben, dann ist Gott von heute.

Gott lebt. Und es macht Sinn an ihn zu glauben. Er ist von heute.

Also bitte, liebe Kirchen: Hört auf, den Weg zu Gott mit Antiquitäten zu pflastern. Fragt lieber: Was brauchen wir wirklich, um Menschen zu begeistern? Und was kann rüber ins Museum?

Lebendige Gastfreundschaft am Tag des offenen Denkmals mit Waffeln und Kaffee ist vielleicht wichtiger als das Gebäude an sich.

Eine gründliche Inventur wünscht sich Pfarrer Gregor Heidbrink aus Apolda.  


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