29.07.2019
Toscanasehnsucht

Ach, die Toskana – das Land der Sehnsucht! Sanfte Hügel, dolce Vita. Mit keinem anderen Landstrich vergleichen die Deutschen ihre Heimatregion am Liebsten: Die Toskana des Ostens liegt an Ilm und Saale. So hat man es mir gleich gesagt, als ich nach Apolda gezogen bin. Darum erklärt sich wohl die Magdeburger Börde bereits zur Toskana des Nordens. Gemeinsam konkurrieren sie mit der Südpfalz, der selbsternannten „deutschen Toskana“. Es gibt aber auch die schwäbische Toskana am Breitenauer See, und sogar die Toskana des Sauerlandes; die Medebacher Bucht, sonnenverwöhnt (na ja, wer’s glaubt…).

Ich frage mich: Ob es nicht schöner wäre, die Menschen würden ihre Heimat einfach gut finden, ohne sie mit der Toskana zu vergleichen? Wieso muss man seine eigene Heimat als Schwundstufe begreifen von der Heimat eines anderen? Vielleicht, weil wir spüren: es muss irgendwo einen noch besseren Ort geben.

Sommerzeit und Fernweh können wir als Hinweis unserer Seele nehmen. Da lebt noch eine ferne Erinnerung an das verlorene Paradies. Da lebt die Hoffnung, dass wir den Weg einmal wiederfinden, in die Himmelstoskana. Und gerade deshalb ist unsere irdische Heimat immer ein bisschen relativ.

Wahrscheinlich träumen sogar die Menschen in der Toskana von einem besseren Ort. Von welchem? Wikipedia sagt: Südöstlich von Livorno liegt das „toskanische Erzgebirge“. Na denn: Glück auf! Ruft Pfarrer Gregor Heidbrink aus Apolda


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