14.05.2019
Über Zombies und rote Teppiche

Die haute volee putzt sich heraus, die Schönen und die Reichen müssen nun über den roten Teppich. Dabei lächeln sie ganz doll, damit alle sehen, wie viel Spaß sie haben. Ja, es ist wieder Zeit für die Filmfestspiele von Cannes. Heute zur Eröffnung schauen sich die Schönen und Reichen einen Zombiefilm an.

Gerne lässt man sich täuschen vom Lächeln der Reichen. Neid steigt auf. Hingegen beim Zombie ist es genau umgekehrt.

Für den roten Teppich unterstreicht man das Beste am Menschen heraus, lieblich soll er sein und schön. Der Zombie aber ist nichts als die Wiederbelebung des Schlechten im Menschen.

Zombies bewegen sich langsamer als die Schlange vor mir an der Supermarktkasse, sie sind hässlich, sie sind unkommunikativ. Drum gilt kein Pardon mit den Zombies, wenn sie gemetzelt werden. Auferstehung wird durch sie zum Schreckensszenario.

Ich glaube an eine Auferstehung zum Guten. Das Alte vergeht, Neues wird. So heißt es in der Bibel.

Auferstehung macht uns nicht zu Gottes Zombies. Wenn Gott uns aus den Gräbern ruft, dann nur um uns schön zu machen. Deshalb träume ich eher davon, selbst über den roten Teppich zu gehen. Aber keinen falschen Teppich, der ein paar Wenigen vorbehalten ist, und auf dem ich mich verstellen muss.

Eines Tages, glaube ich, ist es soweit. Gott rollt den roten Teppich aus. Und wir tänzeln darüber unverkrampft und frei und fröhlich.

So hofft Pfarrer Gregor Heidbrink aus Apolda


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