15.06.2019
Vertrauen

Im Alten Testament gibt es eine Geschichte über König Hiskia und sein unendlich großes Vertrauen.

Da kommt ein Kriegsherr zu Hiskia, der reihum alle bedrückt und obwohl Hiskia ihm schon alles gegeben hatte, was er wollte, damit er an ihm vorbeizieht, zieht er hin zu Hiskia und sagt: Was bildest du dir eigentlich ein, denkst du, du entkommst mir, auch wenn du mir alles Gold und Geld gibst, das du hast, denkst du, du bleibst verschont von meiner Grausamkeit!? Was ist das für ein Vertrauen, das du hast? Meinst du, bloße Worte seien schon Rat und Macht zum Kämpfen? Ja, hat Hiskia gedacht. Er hat auf Gott vertraut, der alle erschaffen hat und er hat auf das Beste im Menschen vertraut, auch in diesem Kriegstreiber. Was für ein Vertrauen.

Vor 70 Jahren haben Menschen sich zusammengesetzt und nach dem Zusammenbruch des Landes und der Erfahrung des Nationalsozialismus das Grundgesetz verfasst. Sie haben einen Text erschaffen, der dem Leben einen Rahmen geben soll; ein Gesetz, das jedem seine Würde, Freiheit und Schönheit lässt. Diese Menschen hatten angesichts einer Gesellschaft, in der Menschen einander das Grausamste angetan hatten, ganz großes Vertrauen. Sie hatten großes Zutrauen in die, die noch lebten, dass sie es besser machen würden als noch vor 5 und 15 Jahren. Was für ein Vertrauen! Und es hat sich gelohnt.

findet Kristin Jahn, Superintendentin im Kirchenkreis Altenburger Land


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