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15.11.2020
Volkstrauertag

Volkstrauertag – das ist heute. Ein stiller Gedenktag, der an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert. Ursprünglich ging es vor fast hundert Jahren um die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Wenig später haben die Nazis einen Heldengedenktag daraus gemacht und so den Krieg verherrlicht. Wir kennen das Ende. Von da an musste am Volkstrauertag den Opfern beider Weltkriege gedacht werden.

Diesen Tag brauchte es wohl auch, weil die Trauer … nun ja, nicht gerade zur deutschen Leitkultur gehörte: Sie galt als unmännlich und unehrenhaft. Kindern, vor allem den Jungs, wurde mit auf den Weg gegeben: „Wer Tränen in den Augen hat, kann nicht klar sehen. Schau nach vorn, nicht zurück.“

Aber wer nur nach vorn schaut, schaut über das Leid hinweg, anstatt darüber ins Stolpern zu kommen. Wer trauert, stellt sich dem Leid.

Heute wird am Volkstrauertag aller Opfer von Krieg, Gewalt und Terror auf der ganzen Welt gedacht, nicht nur der Soldaten der eigenen Nation, sondern auch derer, die durch sie gefallen sind, auch derer, die gegen Kriegstreiber aufbegehren und verfolgt werden.

Diese Trauer ist weder weiblich noch männlich, sondern: menschlich. So menschlich wie der große Traum von dem die Bibel erzählt: Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.

Vielleicht ist dieser Traum etwas vom Menschlichsten überhaupt, das, was die Menschen rund um den Erdball verbindet.

Einen nachdenklichen Volkstrauertag wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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