12.07.2019
Von der Seele schreiben

Sich etwas von der Seele schreiben – das kann richtig gut tun. Manchmal erlebe ich das beim Predigt schreiben: Es fließt und fließt,  direkt aus dem Herzen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn ich Worte finde, die ausdrücken, was mich umtreibt.

Der letzte Punkt ist wie ein Befreiungsschlag. Ich schreibe dann immer noch ein dickes „Amen“ darunter, was so viel heißt wie: „So möge es sein!“

Ich glaube, so ähnlich haben auch Schülerinnen und Schüler in Paris empfunden. In  einem Schreibworkshops haben sie ihrem Herzen Luft machen können. Und da hatte sich eine Menge angestaut: Ärger über ihre Schul- und Lernverhältnisse.  Unterricht in Containern, die sich bei Sommersonne unerträglich aufheizen, keine ordentlichen Toiletten, unzumutbare Verhältnisse.

Hauptsächlich in den französischen Vororten sieht das so aus. Meist sind das soziale Brennpunkte, viele Kinder haben einen Migrationshintergrund.

Die Texte aus dem Schreibworkshop sind stark. Sie werden veröffentlicht. Politiker lesen sie. Einer sagt hinterher: Er hat geweint. Die Schülerinnen und Schüler sind erstaunt. Wow. Dass Worte so etwas bewirken. Sie helfen den Jugendlichen, sich zu zeigen, sie helfen den Verantwortlichen, hinzuschauen. Und Positionen zu finden.

Eine heißt: Bildung ist Menschenrecht. Gut, dass das auf diese Weise öffentlich wird. Punkt und Amen.

 

Meint Cornelia Biesecke aus Eisenach

 


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