Angst

Die Angst vor dem Tod war damals allgegenwärtig. Die Lebenserwartung der Menschen betrug kaum 30 Jahre. Es gab kaum Ärzte. Viele einfache Krankheiten und Verletzungen endeten deshalb tödlich. Von zehn Kindern erlebten nur zwei das Erwachsenenalter. Viele Menschen verhungerten bei Missernten. Es gab ansteckende Krankheiten wie den „Aussatz“ (Lepra) oder die Pest, die ganze Familien ausrottete. Die Menschen hatten außerdem Angst vor dem baldigen Weltuntergang. Kriege, Krankheiten, Hungersnöte und andere Katastrophen galten als dessen Vorboten. Das Leben der Menschen lief also auf einen sich ständig steigernden Schrecken hinaus: Tod, Fegefeuer und Endgericht erwarteten sie. Um diesen Schrecken abzuwenden, konnte man eine Fülle frommer Leistungen erbringen: Pilgerreisen, Stiftungen, Geschenke, mit deren Hilfe man schrittweise ein von Gott akzeptierter Mensch werden konnte – wenn man nicht wieder zurückfiel und damit in Ungnade gelangte.
 


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