PM 72 | 20.06.2007
Erinnern fuer die Zukunft 10 Jahre Paul Schneider Gesellschaft

„Erinnern für die Zukunft“: 10 Jahre Pfarrer-Paul-Schneider-Gesellschaft
Andenken an den „Prediger von Buchenwald“ bewahren

Mit einem Wochenende „Erinnern für die Zukunft“ feiert die Pfarrer-Paul-Schneider-Gesellschaft e.V. am 23. und 24. Juni in Weimar ihr zehnjähriges Bestehen. Die Gesellschaft war im Mai 1997, dem Jahr des 100. Geburtstages von Paul Schneider, in Weimar gegründet worden. Sie widmet sich mit ihren 270 Mitgliedern aus mehreren europäischen Ländern und den USA dem Glaubenszeugnis des „Predigers von Buchenwald“. Die Initiative für die Gründung ging von Elsa-Ulrike Ross aus, seinerzeit Pastorin am 1988 gebauten Evangelischen Gemeindezentrum „Paul Schneider“ in Weimar. Sie ist heute Vorsitzende der Gesellschaft.

Der 1897 geborene Paul Schneider stammte aus dem Rheinland. Als evangelischer Pfarrer hatte er sich 1934 der Bekennenden Kirche angeschlossen. Wegen seiner öffentlichen Kritik am NS-Regime wurde er mehrfach inhaftiert. Im November 1937 wurde er vom Gestapo-Gefängnis Koblenz aus in das Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert. Nachdem er sich beim Häftlingsappell geweigert hatte, die Hakenkreuzfahne zu grüßen, kam er in den „Bunker“. Während der 15-monatigen Einzelhaft rief er durch das Zellenfenster den Gefange­nen auf dem Appellplatz immer wieder Bibelworte und Ermutigungen zu. So wurde er zum „Prediger von Buchenwald“. Er wurde am 18. Juli 1939 im KZ Buchenwald von der SS er­mordet.

Die Pfarrer-Paul-Schneider-Gesellschaft arbeitet mit der Gedenkstätte Buchenwald und dem Förderverein Buchenwald e.V. zusammen und pflegt die Zelle Paul Schneiders als Gedenkort. Ein­geladen wird auch zu ökumenischen Gottesdiensten und einem Kreuzweg. Begleitet wird zudem ein Schülerprojekt. Eine seit neun Jahren deutschlandweit angebotene Wanderausstellung informiert über den „Prediger von Buchenwald“.

Das Gedenkwochenende, zu dem auch zwei Kinder Paul Schneiders erwartet werden, beginnt am kommenden Samstag (23.6., 10 Uhr) in der Gedenkstätte Buchenwald. Am Samstagabend (20. Uhr) wird der Vorsitzende der Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte, Thomas A. Seidel, unter dem Titel „Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ einen öffentlichen Vor­trag im Paul-Schneider-Gemeindezentrum (Weimar, Moskauer Str. 1 A) über die christlichen Wurzeln, die Zeitgeschichte und Gegenwart des Widerstandes halten. Am Sonntagvormittag (24.6., 9.30 Uhr) steht ein Festgottesdienst im Paul-Schneider-Gemeindezentrum auf dem Programm. Predigen wird Oberkirchenrat Reinhard Werneburg. Nach dem Gottesdienst wird zu einem Empfang eingeladen, an dem auch der Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf teilnehmen wird.

Bei Rückfragen: Elsa-Ulrike Ross, 03643-900 155 - www.paul-schneider-gesellschaft.de


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