PM 37 | 07.06.2005
Erklaerung der Bischoefe Kaehler und Wanke zur Woche fuer das Leben

Woche für das Leben vom 24. April bis 1. Mai
Erklärung der Thüringer Bischöfe Joachim Wanke und Christoph Kähler

Woche für das Leben.Am 24. April beginnt die Woche für das Leben, die zum zehnten Mal von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland ausgerufen wird. Die bis zum 1. Mai dauernde Woche steht in diesem Jahr unter dem Motto „Um Gottes Willen für den Menschen! Die Würde des Menschen am Ende seines Lebens“.

In einer gemeinsamen Erklärung äußern sich Christoph Kähler, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen, und Joachim Wanke, Bischof des Bistums Erfurt, zum Beginn der Woche für das Leben:

„Die letzten Schritte auf dem Lebensweg und auf das Lebensende zu können schwer sein, schmerzhaft und voll Traurigkeit. Die Angst vor dem Tod ist menschlich. Derzeit werden die Möglichkeiten einer aktiven Sterbehilfe diskutiert; in unseren Nachbarländern Schweiz, Holland und Belgien ist sie möglich. Als christliche Kirchen lehnen wir eine aktive Sterbehilfe ab. Sterbende brauchen Menschen, die sie begleiten, nicht Menschen, die ihr Leben verkürzen. Eine aktive Sterbehilfe öffnet die Schleusen für einen willkürlichen Umgang mit Leidenden und Sterbenden. Wir dürfen uns nicht selbst zu Herren über Tod und Leben aufschwingen. Vielmehr gehören Sterbende zur Gemeinschaft der Lebenden. Wir unterstützen deshalb nachdrücklich die Hospizinitiativen, die Menschen beim Sterben nicht allein lassen wollen. Das oft ehrenamtliche Engagement verdient unsere Hochachtung. Der Hospizgedanke kann helfen, Sterben und Tod als Teil des Lebens wieder bewußt wahrzunehmen. Wir sehen auch in einer besseren medizinischen Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen, deren Schmerzen gelindert werden können, einen Weg zu einem menschenwürdigen Sterben. Daneben kann und soll durch Patientenverfügungen die eigene Verantwortung für den letzten Lebensabschnitt gestärkt werden. Alle Überlegungen um das Sterben müssen sich an einer Ethik der Würde menschlichen Lebens orientieren. Wir wünschen uns bei Sterbenden und ihren Angehörigen den Mut, auf das Sterben warten zu können und das Leben auszuhalten, solange der Lebensdocht noch glimmt. Die Kraft dazu und die begründete Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, gibt uns der Glauben an Gott. Er allein ist Herr über Leben und Tod.“

Die bundesweite Woche für das Leben wird am kommenden Samstag (24.4.) von Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und Landesbischof Christoph Kähler in seiner Funktion als Stellvertretender Ratsvorsitzender der EKD im Karlsdom zu Aachen eröffnet.

In Thüringen laden die Evangelische Akademie und das Katholische Forum zu einer zentralen Veranstaltung zum Thema „Trauer und Trauerscheu“ am Dienstag, dem 27. April, in die Bildungsstätte St. Martin nach Erfurt ein. Das Programm der Veranstaltung findet sich im Internet unter: www.ev-akademie-thueringen.de

Die Woche für das Leben im Internet:
www.dbk.de
www.ekd.de/woche

Ralf-Uwe Beck,
Pressesprecher Thüringer Landeskirche, 03691/212887 oder 0172/7962982
Peter Weidemann,
Pressesprecher des Bistums Erfurt, 0361/6572216 oder 0170/3259948


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