PM 004 | 13.01.2020
Themenjahre 500 Jahre Täuferbewegung werden eröffnet

Gedenken an ermordete Täufer in Reinhardsbrunn ist einbezogen

Mit dem Reinhardsbrunner Gespräch 2020 werden am kommenden Samstag (18. Januar) die fünf Themenjahre „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung“ mit einer Tagung im Informations- und Ausstellungszentrum „Spiritueller Tourismus“ im Klosterpark Reinhardsbrunn (bei Friedrichroda) eröffnet. Vormittags gibt es einen Vortrag zur Thüringer Täufergeschichte, am Nachmittag folgen Impulsreferate und Gespräche zum Thema „Mündig leben“.  Der Verein „Kirche und Tourismus“ lädt jährlich zum Gedenken an vier Täuferinnen und zwei Täufer, die am 18. Januar 1530 in Reinhardsbrunn hingerichtet wurden. Anmeldungen für die Tagung sind noch möglich: Tel. 03623-303085 oder Mail an Kirche-und-Tourismus@t-online.de.

2025 wird das Jubiläum „500 Jahre Täuferbewegung“ gefeiert. Auf dem Weg dorthin gibt es fünf Themenjahre von 2020 bis 2025. Das Jahresthema soll auch Thema der Reinhardsbrunner Gespräche sein.  „Mündig leben“ ist Schwerpunkt des ersten Themenjahres.

Die Tagung beginnt 10 Uhr mit einer Andacht, danach ist ein Gang zu einer Gedenkstele für die hingerichteten Täufer geplant. 11 Uhr folgt ein Vortrag „Täufer in Thüringen: zwischen Aufstand und wehrloser Gelassenheit“ von PD Dr. Astrid von Schlachta aus Regensburg, Vorsitzende des Mennonitischen Geschichtsvereins. 14 Uhr werden die Themenjahre „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung“  eröffnet. Geplant sind Impulsreferate zum diesjährigen Themenjahr „Mündig leben“ zu den Themen „Taufe und Freiwilligkeit“ mit Wolfgang Krauß von der Mennonitengemeinde Augsburg und „Religionsfreiheit“ mit Pfarrer Ralf Kühlwetter-Uhle vom Verein „Kirche und Tourismus“ aus Reinhardsbrunn. Zum weiteren Programm gehören Diskussionen und ein Besuch der Täufer-Ausstellung. Die Tagung endet 16 Uhr.
 
2013 hatten die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und der Freistaat Thüringen mit mennonitischer Beteiligung zum Themenjahr „Reformation und Toleranz“ in dem Informationszentrum eine Stele mit den Namen der Hingerichteten enthüllt. Seitdem begegnen sich jedes Jahr am 18. Januar täuferische, evangelisch-lutherische und andere ökumenische Gäste zu den Reinhardsbrunner Gesprächen. Seit 2015 gibt es die Ausstellung „Die Täufer in den Widersprüchen der Zeit“. Sie zeigt Hintergründe der Hinrichtungen von 1530, gibt einen Überblick über Täufer- und Mennonitengeschichte, die Stellung Luthers zu den Täufern und die Entwicklung gewaltfreier Bewegungen bis zur friedlichen Revolution in der DDR 1989. Träger des Informations- und Ausstellungszentrums „Spiritueller Tourismus“ ist der Verein „Kirche und Tourismus“.

Hintergrund: Die Täuferbewegung ist eine reformatorische Bewegung, die parallel zur Reformation Luthers und Zwinglis entstand. Die weit verbreitete Kritik an der Kindertaufe setzte ein Kreis früherer Schüler Zwinglis in die Praxis um. So kam es in Zürich Ende Januar 1525 zur ersten Glaubenstaufe an Erwachsenen. Die Bewegung fand auch in reformatorischen Kreisen Thüringens Anhänger. Sie traten für eine geschwisterliche Kirche ohne Hierarchie und Klerus ein und wurden von katholischer wie protestantischer Seite verfolgt. Aus der Täuferbewegung entstanden die Mennoniten, die wegen ihres Einsatzes für Gewaltfreiheit zu den historischen Friedenskirchen gezählt werden. Erst im 20. und 21. Jahrhundert kam es zu Dialogen, Versöhnung und ökumenischer Gemeinschaft.    
 
Weitere Informationen im Internet: www.taeuferbewegung2025.de / www.täuferausstellung.de / www.klosterpark-reinhardsbrunn.de

Die Veranstaltung im Überblick:
18. Januar (Sa), 10-16 Uhr, Friedrichroda, Klosterpark Reinhardsbrunn  
Tagung zur Eröffnung der Themenjahre  "Gewagt!  500 Jahre Täuferbewegung" mit Gedenken an sechs hingerichtete Täuferinnen und Täufer

RÜCKFRAGEN

Christfried Boelter, Geschäftsführer des Vereins „Kirche und Tourismus“, 03623-303085 oder 0151-23467284


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