PM 2 | 06.06.2005
Krieg ist keine Antwort Frieden ist der Weg zum Frieden

Mit großer Sorge nehmen wir die Vorbereitung eines Krieges gegen den Irak wahr. Immer mehr Panzer und Soldaten werden in die Golfregion gebracht. Ein Krieg wird immer wahrscheinlicher.

Gemeinsame Erklärung evangelischer Kirchen in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Amerika

"Könnten wir doch hören, was Gott der HERR redet, dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, damit sie nicht in Torheit geraten." Psalm 85,9

Mit großer Sorge nehmen wir die Vorbereitung eines Krieges gegen den Irak wahr. Immer mehr Panzer und Soldaten werden in die Golfregion gebracht. Ein Krieg wird immer wahrscheinlicher.

Die Arbeit der UN-Waffeninspekteure scheint an den Kriegsvorbereitungen der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten nichts ändern zu können - unabhängig davon, welches Ergebnis die Arbeit der Vereinten Nationen ans Licht bringt. In den Medien wird das Datum des Kriegsbeginns schon diskutiert.

Das sind alarmierende Zeichen. Wir spüren die wachsende Angst in unseren Kirchengemeinden und in unserem Volk. Das Gefühl von Ohnmacht wächst – Resignation macht sich breit, äußert sich im Wegschauen - aber auch in zornigen Aktionen.

Wir erklären gemeinsam: Krieg ist keine Antwort! Krieg ist selbst eine Niederlage! Frieden ist der Weg zum Frieden! Die Erfüllung der UN-Charta, die Präventivkriege kategorisch ausschließt, und die Erfüllung des deutschen Grundgesetzes, das Teilnahme an Angriffshandlungen gegen andere Staaten untersagt, ist unter allen Umständen einzuhalten.

Dauerhafte Sicherheit ist immer gemeinsame Sicherheit. Und diese Sicherheit lässt sich nicht durch militärische Erfolge schaffen. Krieg schürt neuen Hass. Und neu entfachter Hass wird zu neuem Terrorismus führen. Der Terror kann die ganze Welt mit seinem Schrecken überziehen. Politische Stabilität, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entfaltung für alle Völker sind für den Frieden unabdingbar. Diese Erfahrung haben die Völker Europas im vergangenen Jahrhundert immer wieder gemacht. Daran gilt es festzuhalten, und sie der Welt immer wieder mitzuteilen.

Darum sagen wir:

  • NEIN zu allem, was in den Krieg führt.
  • NEIN zu allen Anmaßungen der Mächtigen gegen geltendes internationales Recht.
  • NEIN zum Versuch, Terror mit Krieg zu überwinden; der ganze Völker wegen einzelner Diktatoren leiden lässt.
  • NEIN zu allem, was die Kluft zwischen den Kulturen verbreitert.
  • JA zu aller konsequenten Verfolgung und Verurteilung von Terroristen und Terrorgruppen auf der Grundlage der Rechtsstaatlichkeit.
  • JA zu allen entschlossenen politischen Schritten im Rahmen der Vereinten Nationen, ihrer Charta und ihrer Resolutionen.
  • JA zu jeder geduldigen, mutigen, gewalteindämmenden Friedensoffensive, die den Frieden mit dem Feind sucht, statt ihn mit Krieg loszuwerden.

Unsere Kirchengemeinden und alle - die sich aus christlicher Verantwortung - für den Frieden engagieren bitten wir:

  • Werft in dieser bedrängten Situation euer Vertrauen nicht weg.
  • Lasst euch nicht von dem Geist der fatalen Zwangsläufigkeit prägen und lähmen.
  • Widersteht aller Resignation.
  • Sucht Hilfe und Geborgenheit im Gebet und Hören auf Gottes Wort.
  • Ruft zu Friedensgebeten auf und verschweigt nicht eure Sorgen und euren Protest in der Öffentlichkeit.
  • Beteiligt euch an der Aktion der Leipziger Nikolai-Gemeinde, ein sichtbar weißes Band als Zeichen des Protestes gegen die Kriegsvorbereitung zu tragen.
  • Nutzt die Möglichkeit unserer weltweiten ökumenischen Kontakte zur Werbung für den Frieden.
  • Lasst euch nicht abbringen vom Weg des Friedens und von der Einsicht, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein soll.

für die United Church of Christ - John Deckenback
(Minister, Central Atlantic Conference, Baltimore)

für die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen - Axel Noack
(Bischof, Magdeburg)

Die United Church of Christ (UCC) ist eine der großen Kirchen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie wurde 1957 gegründet - durch den Zusammenschluss zweier protestantischer Kirchen. Unter dem Dach der UCC sind evangelische Christen verschiedener Konfessionen und Traditionen zu einer Kirche vereinigt. John Deckenback ist Conference Minister; dieser Titel und die damit verbundenen Aufgaben sind vergleichbar mit denen eines protestantischen deutschen Bischofs. John Deckenback leitet das Kirchengebiet Central Atlantic.

Die Kirchenprovinz Sachsen ist bereits seit vielen Jahren mit der UCC partnerschaftlich verbunden. Mehr Informationen zur United Church of Christ unter www.ucc.org.

Magdeburg, 18. Januar 2003, Pressestelle der Kirchenprovinz Sachsen


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