"Mehr Demokratie" will Corona-Bürgerbeirat in Thüringen

Erfurt (epd). Der Thüringer Landesverband von "Mehr Demokratie" hat sich für die Einsetzung eines Corona-Bürgerbeirates ausgesprochen.

Damit würde ein Vorschlag von Justizminister Dirk Adams (Grüne) von Anfang Dezember aufgegriffen, sagte der Landesprecher von "Mehr Demokratie", Ralf-Uwe Beck, am Montag in Erfurt. Mit dem neuen Gremium sollte die Landesregierung zu Beginn des neuen Jahres auch einen neuen Akzent bei der Pandemiebekämpfung setzen.

Eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger könne helfen, getroffene Maßnahmen auf ihre Alltagstauglichkeit zu überprüfen, auszubauen oder zu korrigieren, argumentierte Beck. Zudem könne eine kritische Begleitung die Akzeptanz steigern. "Für die Solidarität der Menschen, sich gegenseitig zu schützen und die Maßnahmen mitzutragen, ist das Vertrauen in politische Entscheidungen wichtig. Ein Bürgerbeirat kann dieses Vertrauen stärken", sagte Beck. Vorbild könne aus seiner Sicht der bereits berufene Beirat in Baden-Württemberg sein.

Aus Sicht von Minister Adams wissen die Menschen aus eigener Erfahrung am besten, wo sich Corona-Regeln bewährt haben und wo nicht: "Man wäre töricht, wenn man nicht zuhören und merken würde, dass manche Maßnahmen infrage gestellt werden", hatte der Grünen-Politiker dem in Suhl erscheinenden "Freien Wort" gesagt. Ein Beirat könne zudem bestimmten Formen der Kritik Raum und "dem sachgemäßen Widerspruch" eine Stimme geben. Er wolle nicht, dass dieser Widerspruch "nur bei komischen, manchmal irritierenden Aktionen ausgedrückt wird", so Adams.



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