Was bleibt
Was bleibt von der Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr?
Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt gibt es alle Meinungen.
Die einen sprechen von einem großen Fest,
andere kritisieren heftig den kommerziellen Missbrauch des Fußballs.
Die große Anzahl der teilnehmenden Nationen,
die Einführung von Trinkpausen für Werbezwecke,
die heftigen Ticketpreise in den Stadien.
Diese WM hat für Diskussionen gesorgt.
Und dann gab es da noch das eine oder andere politische Foul am Rande des Spiels.
Die Verleihung des ersten FIFA-Friedenspreis an Präsident Trump hat viele Fragen aufgeworfen.
Die Rücknahme einer Spielsperre für einen US-amerikanischen Spieler nach Intervention von Präsident Trump.
Das alles hat das Spiel und hat den Fußball überschattet.
Und doch gäbe es auch die andere Geschichte zu erzählen.
Die bunten Bilder aus den Stadien,
die freundschaftliche und friedliche Atmosphäre,
die Begeisterung und Leidenschaft von Fans in der ganzen Welt.
Viele Menschen waren im WM-Fieber und es war zu spüren:
Fußball hat die Kraft, Menschen zu begeistern und zu verbinden.
Da war das Fußballmärchen vom Underdog Cap Verde.
Da bleibt das Rudern der Fans der Norweger,
das es sogar bis ins Parlament in Oslo geschafft hat.
Die Tränen der englischen Fans nach der Niederlage im Halbfinale.
Das alles ist Fußball.
Das Spiel ist mehr als das, was auf dem grünen Rasen passiert.
Was bleibt von der WM?
Es sind nicht die Skandale,
es sind die beeindruckenden Bilder und die Dankbarkeit,
dass Fußball mehr ist und sich nie ganz vereinnahmen lässt.
Findet Ramón Seliger, Diakonie, Weimar.