kirchentag, DEKT, Ökumene,

19.10.2021
Losung für den 38. Kirchentag und neuer Kirchentagspräsident gewählt

Der Deutsche Evangelische Kirchentag wählte Präsidenten und Losung für Nürnberg 2023.

Nürnberg, 18. Oktober 2021. (DEKT)

Der 38. Deutsche Evangelische Kirchentag 2023 in Nürnberg steht unter der Losung „Jetzt ist die Zeit“ (Mk 1,15). Dieses Bibelwort wählte das Präsidium des Kirchentages in seiner Sitzung am 16. Oktober 2021 aus einer Reihe von Vorschlägen aus. Zum neuen Präsidenten des Kirchentages wählte das Gremium den früheren Bundesminister Thomas de Maizière.

De Maizière folgt auf Bettina Limperg, Präsidentin des Bundesgerichtshofes, die turnusgemäß aus dem Amt schied. Limperg stand als evangelische Präsidentin auch dem 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt vor.

Den neu gewählten Präsidiumsvorstand des Kirchentages komplettieren die thüringische Umweltministerin Anja Siegesmund und der Wittenberger Oberbürgermeister Torsten Zugehör, die gleichzeitig auch designierte Präsidentin und Präsident der Kirchentage 2025 in Hannover (Siegesmund) und 2027 (Zugehör) sind. Dem ausscheidenden Präsidiumsvorstand gehörten neben Bettina Limperg der Journalist Hans Leyendecker, die Schweizer Theologin Christina aus der Au und der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Boehringer-Ingelheim AG, Andreas Barner an.

Mit Blick auf dieses Team falle ihr der Abschied leicht, erklärte Bettina Limperg. „Präsidenten und Präsidentin der Kirchentage 2023, 2025 und 2027 kommen aus den neuen Bundesländern: Das ist auch ein Zeichen des Wandels und der neuen Wege.“ Ihren direkten Nachfolger würdigte Limperg dabei wie folgt: „Mit Thomas de Maizière übernimmt nun weniger ein ehemaliger Politiker, sondern ein zupackender Mensch Verantwortung – mit klarem Blick für Realitäten, Freude am offenen Diskurs und einem durchaus streitbaren Geist, aber vor allem auch mit einem guten inneren Kompass und Glaubensgewissheit.“

Auf einer Pressekonferenz wurde Thomas de Maizière heute als Präsident vorgestellt und verkündete dabei gemeinsam mit dem Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König und dem Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm die Losung für den Nürnberger Kirchentag, der vom 7. bis 11. Juni 2023 in der fränkischen Metropolregion gefeiert werden soll.

Thomas de Maizière ber der Pressekonferenz zur Losung
(Foto: (c) DEKT/ Aslanidis)

„Jetzt ist die Zeit“ (Mk 1,15) ist Losung des 38. Kirchentages

Die Übersetzungsvariante aus dem Markusevangelium kann als klares Aufbruchssignal zur Abkehr von zukunftsgefährdenden Lebensweisen und Verhaltensmustern verstanden werden.

Angesichts massiver globaler Veränderungsprozesse und gesellschaftlicher Verwerfungen untermauerte Kirchentagspräsident Thomas de Maizière die Bedeutung der Losung wie folgt: „Wir wollen auf dem Kirchentag den Menschen nicht sagen, was jetzt zu tun ist. Wir laden vielmehr dazu ein, dies gegenseitig zu tun. Denn wir brauchen einen offenen, ehrlichen Austausch untereinander, um der Zeit gerecht zu werden und gemeinsame Schritte zu gehen.“

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm stimmte zu: „Jetzt ist die Zeit grundlegende Weichen neu zu stellen, damit auch zukünftige Generationen gut leben können.“ Bezogen auf den christlichen Glauben ergänzte er: „Und jetzt ist die Zeit, sich die Quellen neu zu erschließen, die unserem Leben Kraft und Orientierung geben können. Jetzt ist die Zeit, aus dieser Kraft heraus unsere Kirche zu erneuern, so dass sie offener, ökumenischer und einladender wird und die Liebe, von der sie spricht, selbst am meisten ausstrahlt.“

Der Oberbürgermeister der gastgebenden Stadt, Marcus König blickte mit Vorfreude auf das kommende Ereignis: „Nürnberg freut sich auf den Kirchentag – unsere Stadt ist sehr gerne Gastgeberin. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die gesamte Stadtgesellschaft, viele Ehrenamtliche und nicht zuletzt die Kirchen – alle arbeiten gemeinsam daran, dass der Kirchentag 2023 ein inspirierendes, diskussionsfreudiges und in jedem Fall stimmungsvolles Ereignis wird.“

Das Stadtoberhaupt wies auch auf die historischen Bezüge hin: „Nürnberg hat eine große evangelische Tradition, die bis zu den Anfängen der Reformation reicht. 1525 war Nürnberg die erste Reichsstadt, die die Reformation durchführte und als bedeutendes Medienzentrum die Ideen Martin Luthers verbreitete. Und auch von unserem Kirchentag werden wichtige Ideen und Signale ausstrahlen.“

Zusammen mit der Losung wurden auch die begleitenden biblischen Texte für Gottesdienste und Bibelarbeiten beim Kirchentag 2023 festgelegt. Die Textpassagen greifen die Losung auf und ergänzen sie. Dazu gehören der Text zum Schlussgottesdienst am 11. Juni 2023, Prediger 3,1-8 sowie der Kirchentagspsalm, Ps 31, 15-25.

Mit der Festlegung der Losung beginnen nun die konkreten Programmvorbereitungen für den Kirchentag vom 7. bis 11. Juni 2023. Der Deutsche Evangelische Kirchentag ist damit zum fünften Mal in Bayern und das zweite Mal, nach 1979, in Nürnberg zu Gast.


Bleiben Sie mit unseren Newslettern auf dem Laufenden.

Hier Abonnieren

Die besten News per E-Mail - 1x pro Monat - Jederzeit kündbar



Alle zwei Jahre kommen über 100.000 Menschen jeden Alters, unterschiedlicher Religionen und Herkunft zusammen, um ein Fest des Glaubens zu feiern und über die Fragen der Zeit nachzudenken und zu diskutieren. Seit 1949 zieht der Kirchentag fünf Tage lang eine Stadt in seinen Bann, 2021 wieder in Frankfurt/Main. Christen in der DDR konnten zwar nicht an diesen großen Treffen teilnehmen, organisierten aber regionale Kirchentage, die auf dem Hintergrund der gesellschaftlichen Herausforderungen die Situation ernst nahmen, als Christen und Bürger in der DDR zu leben. Damit wurden die Kirchentage in der DDR zu einer der Wurzeln der Friedlichen Revolution von 1989/90.

Verantwortet werden die Kirchentage von einem Präsidium und damit verbundenen Gremien, organisiert von einem ständigen Kollegium und den jeweiligen Geschäftsstellen vor Ort, aber getragen wird die Kirchentagsbewegung von Landesausschüssen, wozu auch unser gehört.

Die beiden früheren Landesausschüsse des Deutschen Evangelischen Kirchentages von Thüringen und Sachsen-Anhalt sind seit 2015 zum „Landesausschuss in Mitteldeutschland“ zusammengeschlossen.

Der Landesausschuss besteht aus 20 Mitgliedern. Er koordiniert und plant die regionale Kirchentagsarbeit und unterstützt den gesamtdeutschen Kirchentag. Außerdem unterstützt der Landesausschuss Kreiskirchentage.

Das nächste große Vorhaben ist der 3. Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main (https://www.oekt.de/) und die Werbung dafür. Bei den vorangegangenen Kirchentagen hatte der Landesausschuss Gruppen von Mitwirkenden und Teilnehmenden finanziell unterstützt.

Geleitet wird der Landesausschuss von einem Leitungskreis. Ihm gehören an:

  •     Vorsitz: Ilka Ißermann (Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Naumburg-Zeitz)
  •     Vorsitz: Christof Enders (Superintendent im Kirchenkreis Bad Liebenwerda)
  •     Matthias Sengewald (Diakon i.R.),
  •     Ulrike Greim (Rundfunkbeauftragte der EKM),
  •     Frank Plewka (Landesposaunenwart)

Kompetent unterstützt wird die Arbeit des Landesausschuss von den zwei Sachbearbeiterinnen, Isabell Jornitz und Stefanie Hollstein.