07.10.2021
Kirchenmusik

Gespräche der letzten Wochen haben gezeigt, dass kirchenmusikalische Proben auch ohne Abstand durchgeführt werden können. Dafür sehen die Kreiskantorinnen und -kantoren folgende vier Möglichkeiten: Es wird empfohlen, nach Klärungen vor Ort die Genehmigung zu erwirken, Chorproben ohne Abstand unter der 3G-Regelung (1) zu ermöglichen. Als zweitbeste Lösung wäre auch die 2G-Regelung (2) denkbar. Dafür sind dann die jeweiligen Regelungen der Länder zu beachten, insbesondere auch die Anzeigepflichten.

Alternativ kann den genehmigenden Behörden das Testen des gesamten Chores vor jeder Probe (3) vorgeschlagen werden, unabhängig davon, ob geimpft, genesen oder nur getestet. Als weitere Option (4) könnten Geimpfte und Genesene ohne Abstand sowie nicht Geimpfte und nicht nachweislich Genesene einzeln im Abstand von zwei Metern sitzen oder stehen. Für diese Option wäre eine besondere Genehmigung erforderlich.

Die Wahl der Optionen kann nur vor Ort, ggf. für verschiedene Gruppen auch unterschiedlich erfolgen. Dabei sollte beachtet werden, dass nicht alle Menschen geimpft werden können und insbesondere für diese die Anwendung der 2G-Regelung eine besondere Härte bedeutet. Es bleibt den Leitungen der Chöre und Instrumentalgruppen vorbehalten, Konzerte in üblicher Aufstellung ohne Abstand unter 2G-Regelung zu ermöglichen, wenn alle Personen freiwillig ihren 2G-Nachweis vorlegen. Es muss geprüft werden, inwiefern diese Entscheidung die Chorgemeinschaft belastet. Dies setzt natürlich zwingend voraus, dass auch die Kantorinnen und Kantoren einen 2G-Schutz nachweisen können. In diesem Zusammenhang weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass „genesen“ voraussetzt, dass es eine amtliche Bestätigung zu diesem Status gibt. Die einfache Selbstaussage, von einer Erkrankung geheilt zu sein, reicht nicht aus. Die Kontrolle der Nachweise kann einer Vertrauensperson des Chores übertragen werden. Für die Konzertbesucher sollte es keine Einschränkungen geben.

 

Regelungen der Länder:

Sachsen-Anhalt:

Instrumentalgruppen (auch Blasinstrumente) dürfen unter Einhaltung eines Mindestabstands von mindestens 1,5 Metern (die VBG empfiehlt 2 Meter) proben (§ 5 Abs. 1). Proben und Konzerte von Chören sind gestattet. Es ist ein Abstand von mindestens 2 Metern (die VBG empfiehlt 3 Meter) zwischen den Singenden einzuhalten. Die Zahl der Teilnehmenden ist nicht beschränkt, soweit sie sich nicht aus der Größe des Raumes und den einzuhaltenden Abständen ergeben. Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Testung mit negativem Testergebnis und das Führen eines Anwesenheitsnachweises. In Anwendung der Regelungen für Bildungseinrichtungen (§ 5 Abs. 3) entfällt bei Gruppen bis 10 Personen zuzüglich Chorleiter die Testpflicht und der Anwesenheitsnachweis. Dabei werden Genesene und Geimpfte nicht mitgerechnet. Der Gemeindekirchenrat kann für Proben der Chor- oder Instrumentalgruppen die Anwendung des 2-G-Zugangsmodells zulassen. Eine Anzeige gemäß § 2a Abs. 2 der Verordnung ist erforderlich. Es wird darum gebeten, dazu die Empfehlungen des Krisenstabes vom 21.09.2021 zu beachten.

Chöre und Posaunenchöre können entsprechend den Regelungen für Konzerte in Gottesdiensten in geschlossenen Räumen ohne Einschränkung der Teilnehmenden mitwirken, soweit genügend Platz zur Einhaltung der Abstandsregeln vorhanden ist. In allen Fällen ist ein darauf angepasstes Infektionsschutzkonzept auf Basis der Rundverfügung und den Maßgaben der VBG notwendig.

Reine Konzertveranstaltungen sind nach § 6 mit bis zu 500 Personen, im Freien mit bis zu 1000 Personen möglich, vorausgesetzt die Abstandsregeln lassen diese Zahlen im Raum oder auf der Fläche überhaupt zu. Voraussetzung zur Teilnahme ist ein negativer Test, soweit nicht von der Testpflicht befreit wurde und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Vollständig geimpfte und genesene Personen werden nicht mitgerechnet. Ein Anwesenheitsnachweis ist erforderlich. Großveranstaltungen mit mehr als 500/1000 Teilnehmern sind unter den näheren Maßgaben des § 6 Abs. 4 möglich. Der Gemeindekirchenrat kann für Konzertveranstaltungen die Anwendung des 2-G-Zugangsmodells beschließen. Eine Anzeige gemäß § 2a Abs. 2 der Verordnung ist erforderlich.

Unterschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die Sieben-Tage-Inzidenz einen Wert von 35 an zehn aufeinanderfolgenden Tagen, kann der Landkreis die Testpflicht bei Proben, Konzert- und anderen Kulturveranstaltungen (vgl. § 16 Abs. 3) durch eigene Rechtsverordnung aufheben.

 

Thüringen:

Musik- und Gesangsunterricht, Chor- und Orchesterproben sind möglich. Die Vorgaben der VBG sind zu beachten. Eine Kontaktnachverfolgung nach § 3 Abs. 4 ist gemäß § 12 Nr. 2 erforderlich, soweit in geschlossen Räumen unterrichtet/geprobt wird. Werden für Orchesterproben mit Blasinstrumenten und Chorproben geschlossene Räume genutzt, verlangt § 13 Nr. 2 eine vorherige Testung. Bei mehrtägigen Chor- oder Orchesterfreizeiten mit Blasinstrumenten ist eine tägliche Testung (§ 23 Abs. 2 S. 6) und die Kontaktnachverfolgung erforderlich. Vollständig geimpfte und genesene Personen können ohne Test teilnehmen. Als auch „kulturelle Veranstaltung“ im Sinne des § 11a Abs. 1 Nr. 2 ist das Optionsmodell nach der Verordnung möglich.

Gemeindegesang ist nach § 16 Abs. 3 Nr. 1 bei Überschreitung des Inzidenzwertes von 100 weiterhin untersagt. Kantorengesang ist – selbstverständlich unter Wahrung der notwendigen Abstände – davon nicht erfasst. Unterschreitet der Inzidenzwert den Wert 100, ist Gemeindegesang im Freien (mit Maske!) zulässig. Unterhalb des Inzidenzwertes von 35 ist auch in Innenräumen Gemeindegesang möglich und im Freien kann auf die Maske (bei Wahrung der Abstände) verzichtet werden.

Konzerte (in Unterscheidung zur „musikalischen Andacht“, die § 15 Nr. 2 unterfällt) und andere Veranstaltungen in Kirchen, die sich nicht als religiösen Zwecken dienende Veranstaltung nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 einordnen lassen (bspw. öffentliche Diskussionsveranstaltungen), sind sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien möglich. Sie sind damit „öffentliche, frei oder gegen Entgelt zugängliche Veranstaltungen“ nach § 14 Abs. 1. Nach § 12 Nr. 9 ist bei Nutzung geschlossener Räume die Kontaktnachverfolgung gemäß § 3 Abs. 4 erforderlich. Außerdem sind sie mindestens fünf Werktage vor Veranstaltungsbeginn dem Gesundheitsamt des Landkreises anzuzeigen. Erleichterungen bei dieser Anzeigepflicht können ggf. vom Kirchenkreis mit dem Gesundheitsamt abgesprochen werden. Das Gesundheitsministerium veröffentlicht unter https://www.tmasgff.de/covid-19/schutzkonzepte empfehlende Hinweise zur Durchführung von Veranstaltungen in Form von „Branchenregelungen“. Als „kulturelle Veranstaltung“ im Sinne des § 11a Abs. 1 Nr. 2 ist das Optionsmodell nach der Verordnung möglich.

Weitergehende Verbote und Voraussetzungen können von den örtlichen Behörden erlassen werden. Diese sind vor Ort zu klären

2G/3G-Plus-Optionsmodell:
§ 11a Abs. 6 sieht vor, dass Maskenpflicht und Abstandsgebot auch in Innenräumen entfallen, wenn nur nachweislich Geimpften und Genesen Zutritt gewährt wird („Optionsmodell“). Jugendliche unter 18 Jahren, die an der Testung in der Schule teilnehmen oder sonst mit Antigenschnelltest getestet wurden, und Kinder unter 6 Jahren werden wie Geimpfte behandelt. Wird auch nach § 2 Abs. 2 Nr. 14 Getesteten Zugang gewährt ist eine maximale Raumauslastung von 75% zu beachten. Wie bereits in den Informationen aus dem Krisenstab vom 21. September 2021 dargestellt, ist die Nutzung der Optionsmodelle allenfalls in Teilbereichen kirchlichen Handelns sinnvoll und angemessen. Ein kategorischer Ausschluss Ungeimpfter sollte möglichst vermieden werden. Nach der Thüringer Verordnung sind die Optionsmodelle gemäß § 11a Abs. 1 S. 1 zulässig für die Veranstaltungen nach § 14 und für Konzertaufführungen, Lesungen sowie weitere kulturelle Veranstaltungen. Soweit sich kirchliche Angebote (auch) unter diese Veranstaltungsarten fassen lassen, ist eine Nutzung der Optionsmodelle nach der staatlichen Verordnung zulässig. § 11a Abs. 1 S. 2 der Verordnung regelt darüber hinaus, dass die Optionsmodelle für religiöse Veranstaltungen (als Teil der Veranstaltungen nach § 15) nicht zulässig sind. Voraussetzung für eine Nutzung des Optionsmodells ist, dass bei einer Veranstaltung in geschlossenen Räumen eine Kontaktnachverfolgung stattfindet (§ 11a Abs. 3 S. 3) und die Nutzung des Optionsmodells dem zuständigen Gesundheitsamt des Landkreises fünf Werktage vor der Veranstaltung(-sreihe) mitgeteilt wird (§ 11a Abs. 5).

Sachsen:

Kirchenmusikalischer Einzelunterricht ist nach den in § 28 Abs. 2 genannten näheren Maßgaben bei einer Inzidenz unter 165 möglich. Chor- und Orchesterproben sind nach § 18 Abs. 4 bei einer Inzidenz unter 100 möglich, sofern die Kontaktnachverfolgung nach § 6 durchgeführt wird und ein tagesaktueller Test vorgelegt wird. Vergleichbares ergibt sich, qualifiziert man die Probe als Musikunterricht gemäß § 28 Abs. 3, der auf die Voraussetzungen nach § 28 Abs. 2 verweist. Unterschreitet die Inzidenz den Wert 35 entfällt die Testpflicht. Der Auftritt musikalischer Besetzungen in Gottesdiensten ist bei einem angepassten Infektionsschutzkonzept auf Basis der Rundverfügung und den Maßgaben der VBG möglich. Konzerte sind gemäß § 18 Abs. 2 bei einer Inzidenz unter 100 unter den dort genannten Voraussetzungen möglich, vergleichbar zu Veranstaltungen in Theatern usw. Unterschreitet die Inzidenz den Wert 35 entfällt die Testpflicht, sofern der Mindestabstand eingehalten wird

 

Brandenburg:

Chor-, Flötenkreis- und Posaunenchorproben in geschlossenen Räumen sind gemäß § 19 gestattet, wenn ein Testnachweis vorgelegt werden kann und ein Mindestabstand von 2 Metern eingehalten wird. Der Gemeindekirchenrat kann für Proben der Chor- oder Instrumentalgruppen die Anwendung des 2-G-Zugangsmodells zulassen. Eine Anzeige gemäß § 7 Nr. 4 der Verordnung ist erforderlich. Es wird darum gebeten, dazu die Empfehlungen des Krisenstabes vom 21.09.2021 zu beachten.

Konzerte sind entsprechend § 18 Abs. 2 möglich. Die Voraussetzungen der Regelung (insbesondere individuelles Hygienekonzept, Kontaktdatenerfassung, Testungen und Masken in Innenräumen) sind einzuhalten. Der Verzicht auf die Testpflicht bei Konzerten unter freiem Himmel wird ab 13. September auf eine Teilnehmerzahl von 500 reduziert. Der Gemeindekirchenrat kann für Konzertveranstaltungen die Anwendung des 2-G-Zugangsmodells beschließen. Eine Anzeige gemäß § 7 Nr.4 der Verordnung ist erforderlich.



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