05.11.2020
Kirchenmusik

Aktualisierung anlässlich der November-Beschränkungen:

Chorproben sind unter den etwas verschiedenen Bedingungen (Abstandsregelungen/Mund- und Nasenbedeckung) der jeweiligen Bundesländer weiterhin möglich. Bitte seien Sie besonders in diesem Kontext aufmerksam bei der Einhaltung der Hygieneschutzkonzepte. Die bei Chorproben entstehenden Aerosole sind und bleiben leider weiterhin eine besondere Gefahr der Ansteckung.

 

Aktuelle Informationen aus dem EKM-Krisenstab zu den Themen "Singen und Chorarbeit" sowie "Ausblick auf die Advents- und Weihnachtszeit" finden Sie unter "Downloads" auf dieser Seite.


Zum Musizieren und zur Arbeit in Gemeindekreisen:

1. Aktuelle Situation der Risikobewertung: Grundsätzlich müssen wir davon ausgehen, dass die Abstandsregeln von mindestens 1,5 m und – da wo diese nicht einzuhalten sind – die Mund- und Nasenbedeckung als bundesweite Maßgabe Bestand haben werden. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass das Virus stark über Aerosole verbreitet wird. Das Risiko für die Posaunenchöre wird etwas geringer eingeschätzt. Gleichzeitig kommt das Singen in Chören in eine kritischere Beurteilung. Dabei wird auch immer wieder auf einen Hotspot, der durch eine Chorprobe ausgelöst wurde, hingewiesen. Die für unsere Arbeit weiterhin geltenden Maßgaben der Verwaltungsberufsgenossenschaft setzen beim Singen Bedingungen, die für eine regelrechte Chorarbeit nicht geeignet erscheinen.
 
2. Verfahrensempfehlung des Krisenstabes: Der Krisenstab empfiehlt, dass die Verantwortlichen für die gemeindepädagogische Arbeit und die kirchenmusikalischen Kreise folgendes Verfahren nutzen: Da für diese Gruppen Schutzkonzepte vorzuhalten sind, wird vorgeschlagen, dass im Team der Gemeindepädagog/innen und Kirchenmusiker/innen eines Kirchenkreises gemeinsam darüber nachgedacht wird, wie solche Schutzkonzepte aussehen können. Hier ist insbesondere auch  darüber nachzudenken, ob die Gruppen sich unter freiem Himmel treffen können, da insbesondere die Verbreitung des Virus durch Aerosole dort stark minimiert ist.  Die Propsteikirchenmusiker/innen sind gebeten, bei Bedarf die Kommunikation und Vernetzung zur Erarbeitung der Konzeptideen über die Kreiskantor/innen herzustellen. Für die Gemeindepädagogik berät auf Bedarf das Kinder- und Jugendpfarramt: https://www.evangelischejugend.de/mitarbeiterbereich/neuigkeiten/hilfestellung-fuer-ein-hygienekonzept-arbeit-mit-gruppen.html Die Schutzkonzepte für Veranstaltungen der Kirchenmusik und Gemeindepädagogik sind mit den aktuellen Bestimmungen der Verwaltungsberufsgenossenschaft abzugleichen.  
 
Spätestens nach der Erarbeitung eines Schutzkonzeptes ist mit dem Kirchenkreis Kontakt aufzunehmen. Hier ist zu vereinbaren, wer ggf. mit der zuständigen Behörde kommuniziert. Erfahrungen besagen, dass mit Rahmen-/Musterkonzepten durch den Kirchenkreis am besten sichergestellt werden kann, dass für ähnliche Konzepte nicht unterschiedliche Voten der Ämter ergehen.  Wichtig bleibt, dass in Zweifelsfällen die Kontakte und möglichst die Zustimmungen der Gesundheitsämter Bedingung für die Aufnahme der Arbeit in dieser Phase der Corona-Pandemie sind. Der jeweilige Träger der Gruppe muss der Aufnahme der Arbeit zugestimmt haben.
 
3.  Maßnahmekatalog einhalten: Bei Veranstaltungen muss darauf geachtet werden, dass alle Teilnehmenden möglichst schriftlich durch Handzettel oder mündlich am Beginn zu dem Schutzkonzept informiert und zur Einhaltung aufgefordert werden. In der Regel ist für die Einhaltung des Schutzkonzeptes die veranstaltende Körperschaft, also meist die Kirchengemeinde oder der Kirchenkreis, zuständig. Die Verantwortung vor Ort trägt in der konkreten Veranstaltung immer die Veranstaltungsleitung also in der Regel die/der Kantor/in bzw. die/der Gemeindepädagog/in.
 
Die Bemühungen in unseren Gemeinden und Kirchenkreisen sollten darauf gerichtet sein, dass wir das Risiko minimieren. Da etwa 20 Prozent der Deutschen die Coronamaßnahmen als übertrieben oder gar als Folge von Verschwörungen einschätzen, muss damit gerechnet werden, dass es auch in den Chören und anderen Gruppen dazu Debatten geben kann. Darauf sollte jede Veranstaltungsleitung vorbereitet sein.  
 

Aus der Rundverfügung der EKM vom 22. September 2020:

Gemeindegesang/Kirchenmusik:

Es kann im Gottesdienst gesungen werden, wenn der Mindestabstand von 3 Metern (Sachsen-Anhalt mindestens 2 Meter) eingehalten wird oder eine Mund- und Nasenbedeckung getragen wird, wenn dieser Abstand nicht einzuhalten ist. Wenn beides im Raum nicht möglich ist, muss auf das Singen verzichtet werden. Diese Vorgabe ist erforderlich, da gemeinsames Singen die Infektionsgefahr erhöht. Neben der Tröpfcheninfektion ist dabei der Übertragungsweg über Schwebeteilchen/Aerosole verstärkt im Blickfeld.  
Die Nutzung der Gesangbücher ist möglich, wenn diese nach der Benutzung auf den Plätzen verbleiben und dort mindestens 3 Tage unbenutzt liegen bleiben. Damit ist eine Schmierinfektion ausgeschlossen.
Kirchenmusik wird auf angemessene Weise durch den Kirchenmusiker bzw. die Kirchenmusikerin praktiziert. Dazu kann neben dem Orgelspiel die Mitwirkung von einzelnen Sängern, kleinen Chorgruppen, Instrumentalisten oder kleineren Instrumentalgruppen gehören. Auf diese Art und Weise können auch musikalische Andachten und kürzere Konzerte angeboten werden.
Abweichungen für Gemeindegesang und Kirchenmusik sind mit der örtlichen Gesundheitsbehörde zu klären. Im Freien sind dabei größere Abweichungen möglich.

Für Proben wird folgendes Vorgehen empfohlen: Das Infektionsschutzkonzept wird zu Grunde gelegt, auf die Räume angewendet und ergänzt um die berufsspezifischen Maßgaben (Verwaltungsberufsgenossenschaft, Landesverbände der Musikschulen). Die Propsteikantoren stehen für eine Vernetzung und Beratung zur Verfügung. Beispiele für die Erstellung von Hygienekonzepten sind unter https://www.kirchenmusikekm.de und https://www.posaunenwerk-ekm.de/nachrichten/aktuelles/informationen-zur-wiederaufnahme-der-arbeit-der-posaunenchoere-stand-12-06-20.html zu finden.
Für Kinderchöre gelten die Regelungen für Erwachsenenchöre. Zusätzlich ist das Einverständnis der Eltern per Unterschrift einzuholen und eine Belehrung über das Infektionsschutzkonzept nachzuweisen.

Die Direktorenkonferenz Kirchenmusik hat derzeit verfügbare wissenschaftliche Äußerungen und Studien zusammengestellt zur Frage der Corona-Infektionsrisiken beim Musizieren. Diese Zusammenstellung finden Sie unter Downloads auf dieser Seite.

Die komplette Rundverfügung finden Sie unter "Downloads" auf dieser Seite.

 

Aus den Ländern:

Sachsen-Anhalt: Gesangsunterricht ist bei Einhaltung eines Mindestabstands von zwei Metern von der Verordnung nicht verboten. Chorproben sind bei Einhaltung eines Mindestabstands von 2 Metern zwischen den Personen möglich. In allen Fällen ist ein auf den Raum und ggf. das Arbeitsfeld (insbesondere Kirchenmusik) angepasstes Infektionsschutzkonzept auf Basis der Rundverfügung und der Maßgaben der VBG notwendig.

Reine Konzertveranstaltungen sind angesichts der verfügten Schließung der Konzerthäuser nicht zulässig. Chorproben sind rechtlich nicht verboten. § 4 Abs. 3 Nr. 16 wurde nicht eingeschränkt durch § 4a. Eine Beschränkung auf das unbedingt notwendige Maß und Einhaltung der infektionsschutzrechtlichen Maßgaben ist hier besonders erforderlich.

Thüringen: Nicht möglich sind im November öffentliche Gemeindefeste und Konzerte (vgl. § 6 Abs. 2 S. 2 Nr. 1 Sonderverordnung).

Sachsen: Kirchenmusikalische Arbeit ist mit nicht blasenden Instrumenten bei entsprechenden Abständen weiterhin möglich (Streich-, Zupf- und Schlaginstrumente). Das Spielen von Blasinstrumenten ist mit Mund-Nasen-Schutz nicht möglich. Deshalb kann auf Proben der Bläserchöre im November nur verzichtet werden. Chorisches Singen mit Abstand und Mund-Nase-Schutz kann nur ein Notbehelf für kurze Gesänge (etwa für ein Lied im Gottesdienst) sein. Deshalb sind Chorproben derzeit nicht zu empfehlen. Entsprechende Entscheidungen sollen im Einvernehmen von Gemeindekirchenrat und Kirchenmusikverantwortlichen getroffen werden. Konzertveranstaltungen sind derzeit nicht möglich.

Brandenburg: Kirchenmusikalischer Unterricht und Chorproben sind möglich. Dabei ist das Infektionsschutzkonzept der Rundverfügung, insbesondere der Abstand von drei Metern, und die weiteren branchenspezifischen Maßgaben einzuhalten. Konzerte sind nicht möglich.



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